Verkehr

Neukölln kann auf neue Brücke über Teltowkanal hoffen

Alte Späthbrücke könnte Neukölln und Treptow-Köpenick verbinden. Der Bau ist jedoch auch nach Jahren noch ungewiss.

Über den Teltowkanal (hier bei Kleinmachnow) könnte eine Fußgänger- und Fahrradbrücke führen.

Über den Teltowkanal (hier bei Kleinmachnow) könnte eine Fußgänger- und Fahrradbrücke führen.

Foto: Christian Kielmann

Berlin. Eigentlich sollte die alte Späthbrücke Fußgänger und Radfahrer an der Bundesautobahn A 113 über den Teltowkanal führen und Neukölln mit Treptow-Köpenick verbinden. Doch ob dieser Neubau tatsächlich einmal gebaut wird, ist bislang noch unklar. Bisher wurde er abgelehnt.

Denn, so erklärte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung (BVV), der Bezirk setze sich zwar für den Neubau ein, habe allerdings kein Handlungsmandat. Die alte Späthbrücke befindet sich im Eigentum der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes – und diese Verwaltung allein könne über die Wiedereröffnung entscheiden.

Neubau nur mit viel Wenn und Aber möglich

Und was sagt der Bund zur Wiedereröffnung der Brücke? Dass sie im rechtlichen Sinne kein Kreuzungsbauwerk mehr darstelle, „so dass eine aktuelle Verkehrseröffnung für Radwege- und Fußgängerverkehreunabhängig vom derzeitigen baulichen Zustand des Bauwerks ausgeschlossen ist.“ Sollte das Land es allerdings für notwendig erachten, hier eine Brücke zu eröffnen, müsste es das Grundstück erwerben.

Was zunächst wenig erfolgversprechend klingt, lässt dennoch Grund zur Hoffnung. Denn Bezirk und Bund haben sich tatsächlich an einen Tisch gesetzt und eine Wiedereröffnung geprüft. Eine „Reaktivierung der alten Späthbrücke kann geprüft werden“, so Hikel, wenn Berlin die sogenannte „Y-Trasse“ baut – eine Radschnellstrecke, die auf einer Länge von rund 17 Kilometern im Südosten Berlins durch die Bezirke Treptow-Köpenick, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg führen soll.

30 potenzielle Radwege werden genauer untersucht

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Verkehr wurden 30 potenzielle Radwege genauer untersucht. Als Ergebnis dieser Untersuchung haben sich zunächst zwölf Straßen für Radschnellverbindungen herauskristallisiert, die mit Blick auf die Potenziale und die Umsetzungschancen die besten Voraussetzungen aufweisen. Und: Zu den zwölf Radwegen mit Potenzial gehört auch die Y-Trasse – und damit wird auch die Wiedereröffnung der Späthbrücke geprüft.

Hikel jedenfalls wünscht sich die Späthbrücke um, wie er sagt, das „Stück unvollendete Einheit, das an dieser Stelle manifestiert ist“, abzuschaffen.