Verkehr

Linke wollen drei neuen Straßenbahnlinien für Neukölln

Senatsverwaltung für Verkehr veranschlagt Kosten mit rund 280 Million Euro. Trams sollen in den nächsten 15 Jahren in Betrieb genommen werden.

Durch Neukölln sollen wie hier am Hackeschen Markt bald Straßenbahnen fahren.

Durch Neukölln sollen wie hier am Hackeschen Markt bald Straßenbahnen fahren.

Foto: Reto Klar

Berlin. Die Neuköllner Links-Partei fordert von der Stadt im Bezirk drei neue Straßenbahnlinien zu bauen. Das schreibt die Fraktion nun in ihrem parteieigenen Onlinemagazin neukoellnisch.net. Durch die neuen Tramlinien solle der bestehende, aber stark beanspruchte Bus-Nahverkehr entlastet werden.

Hier sollen die drei neuen Straßenbahnen entlangführen:

Straßenbahn auf der Sonnenallee: Diese Tram soll nach Vorschlag der Linken vom Potsdamer Platz über das Hallesche Tor, Hermannplatz und Sonnenallee bis nach Schöneweide fahren. Sie soll den „völlig überlasteten M41er-Bus“ ersetzen, teilt die Partei mit.

Straßenbahn Südtangente: Sie soll von Schöneweide über die Gropiusstadt, durch Buckow, Marienfelde führen. Eine Weiterführung über Lichterfelde bis Dahlem lässt die Links-Partei offen. Diese Tram-Linie, die sogenannte Südtangente, soll demnach vor allem zur besseren Versorgung des Neuköllner Südens dienen. Sie würde die heutige Buslinie M11, und in Teilen X11, ersetzen und deren Kapazitäten deutlich ausweiten. „Die Menschen aus Buckow und der Gropiusstadt gelangen so schneller zu den Umsteigepunkten an der U7 sowie zum S-Bahnhof Buckower Chaussee und zum Regionalbahnhof Schöneweide“, teilt die Fraktion mit.

Straßenbahn Warschauer Straße – Hermannplatz: Die Verlängerung der sogenannten Party-Tram soll nach Vorschlag der Neuköllner Linken über die Pannierstraße führen und die Warschauer Straße mit dem Hermannplatz verbinden. Sie schaffe demnach eine schnelle Direktverbindung zwischen Nord-Neukölln und Friedrichshain – „dort, wo eine große Lücke im ÖPNV-Netz klafft“, so die Partei. Denn Fahrgäste müssten meist große Umwege über die Jannowitzbrücke oder das Ostkreuz hinnehmen.

Senat plant mit Kosten von bis zu 280 Millionen Euro

So ambitioniert die Pläne auch klingen mögen, im Nahverkehrsplan für Berlin, den die Senatsverwaltung für Verkehr zuletzt im Februar veröffentlichte, finden sich die drei Projekte wieder. Demnach ist die Verlängerung der M10 von der Warschauer Straße bis zum Hermannplatz mit 55 Millionen Euro veranschlagt. Bereits 2026/27 soll die neue Tramlinie voraussichtlich in Betrieb genommen werden. Allerdings steht hier noch kein genauer Streckenverlauf fest.

Die Straßenbahnlinie Südtangente hingegen sieht die Senatsverwaltung für Verkehr in anderer Form vor. Ihre Strecke verkehrt in den Plänen der Verkehrsverwaltung von Hohenschönhausen über Friedrichsfelde, Karlshorst und Schöneweide nach Gropiusstadt weiter nach Johannisthal und dem U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee. Die sogenannte Nord-Süd-Tangente ist demnach mit 50 Million Euro veranschlagt und soll eigentlich 2020 bis 2025 realisiert werden.

Und auch das dritte Projekt, die Tram über die Sonnenallee, ist bereits in Planung. Sie ist mit 175 Millionen Euro veranschlagt und soll voraussichtlich 2035 in Betreib genommen werden. Insgesamt würden sich die Kosten für die drei Trams dann auf insgesamt 280 Millionen Euro belaufen.