"Schule in Not"

20 Neuköllner Schulen demonstrieren für saubere Räume

Vor dem Neuköllner Rathaus demonstrieren Schüler, Eltern und Lehrer für saubere Schulen. Sie haben schon 5000 Unterschriften gesammelt.

Demonstration vor dem Rathaus Neukölln für saubere Schulen im Bezirk.

Demonstration vor dem Rathaus Neukölln für saubere Schulen im Bezirk.

Foto: Nina Kugler

Berlin. Die Demonstranten sind ausgestattet mit Besen, Klobürsten und gelben Putzhandschuhen: Die Bürgerinitiative „Schule in Not“ hat am Dienstag vor dem Neuköllner Rathaus für saubere Schulen im Bezirk und in ganz Berlin demonstriert. Erwartet wurden rund 400 Menschen von mindestens 20 Berliner Schulen, darunter Eltern, Lehrkräfte und Schüler, aber auch Hausmeister und Reinigungskräfte. Anwesend waren am Nachmittag - vielleicht auch wegen des regnerischen Wetters - etwa rund die Hälfte.

Auf Plakaten hatten Schüler „Lieber putzen als Klima verschmutzen“ oder „Gute Arbeit braucht Zeit“ geschrieben. Denn sie alle wollen sich nicht länger ekeln, wenn sie in ihrer Schule auf die Toilette gehen.

Initiative kritisiert Sparkurs an Berliner Schulen

Die Initiative „Schule in Not“ prangert nach eigenen Angaben die Sparmaßnahmen der letzten Jahrzehnte an Berliner Schulen an. Reinigungskräfte hätten statistisch 90 Sekunden für die Reinigung eines Klassenzimmers. Beauftragte Reinigungsfirmen würden sich in Lohnfragen unterbieten, um weiterhin Aufträge einzufahren. Verdreckte Schulen und unterbezahlte Reinigungskräfte seien die Folge.
Die Initiative fordert daher, dass Reinigungskräfte an den Schulen wieder fest beim Bezirk angestellt werden, ausreichend Zeit bekommen und fair bezahlt werden.

Die Initiative hat für ihr Bürgerbegehren "Saubere Schulen" in Neukölln in den ersten sieben Wochen 5000 Unterschriften gesammelt. Das sagte Initiator Philipp Dehne. Bis Jahresende seien 7000 gültige Unterschriften nötig.
Auch in anderen Bezirken regt sich derzeit Widerstand gegen verschmutzte Schulen. Dreck und unzureichende Reinigung seien ein Berlin weites Problem, doch seit Jahren passiere nichts, so Dehne.

In Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg haben inzwischen ebenfalls Unterschriftensammlungen für saubere Schulen begonnen. Und ganz neu dabei: Lichtenberg und Reinickendorf.

Kommen die nötigen Unterschriften zusammen, müssen sich die Bezirksverordnetenversammlungen mit den Begehren beschäftigen. Übernehmen sie die Forderungen nicht, kommt es zum Bürgerentscheid.