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Bislang knapp 60 Straftaten im Neuköllner Columbiabad

Die Polizei zählt bis Ende Juli knapp 60 Straftaten im Neuköllner Freibad. Auch andere Bäder haben mit Kriminalität zu kämpfen.

Kein seltener Anblick: Polizei im Columbiabad in Neukölln. Knapp 60 Straftaten wurden bis Ende Juli bereits in diesem Freibad gezählt.

Kein seltener Anblick: Polizei im Columbiabad in Neukölln. Knapp 60 Straftaten wurden bis Ende Juli bereits in diesem Freibad gezählt.

Foto: Uta Keseling

Berlin. Es ist berühmt-berüchtigt: das Columbiabad in Neukölln. Der Spiegel nannte es jüngst eine „Brennpunkt-Wasserstelle“, das SZ-Magazin „das berüchtigtste Freibad Deutschlands“. 67 Straftaten zählte die Berliner Polizei hier im vergangenen Jahr. Und auch dieses Jahr war das Freibad regelmäßig in den Schlagzeilen. Erst im Juni musste es geschlossen werden; im Schwimmbecken wurden Scherben gefunden. Vorsichtshalber mussten 60 Polizisten anrücken, damit die Räumung friedlich verlief.

In diesem Jahr zählte die Polizei Berlin bis Ende Juli bereits 58 Straftaten im Columbiabad. Das erklärte die stellvertretende Polizei-Pressesprecherin Anja Dierschke gegenüber der Berliner Morgenpost.

Beleidigung, Raub, Körperverletzung im Columbiabad

Demnach gab es in der Sommersaison bislang fünf Körperverletzungen im Columbiabad. Einmal wurde die Polizei wegen Beleidigung verständigt, zweimal wegen Raubes und einmal wegen Sachbeschädigung. Auch gab es im Gegensatz zu 2018 in diesem Jahr ein Sexualdelikt.

Zweimal listete die Polizei zudem Taschendiebstähle auf, drei Straftaten gab es im Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelgesetz. 17 Straftaten zählte die Polizei zudem unter dem Begriff „sonstiger einfacher Diebstahl“ und 26 unter „sonstige Straftaten“ – dazu zählen beispielsweise Hausfriedensbruch, besonders schwerer Diebstahl an oder aus Kraftfahrzeugen sowie Unterschlagung.

Meiste Straftaten in Berlin im Europasportpark gezählt

Zuletzt veröffentlichte die Senatsverwaltung für Sport offizielle Zahlen zu Straftaten in Bädern Ende Mai. Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe stellte damals eine Anfrage zum Thema Sicherheit in Berliner Bädern. Demnach wurden zwischen Anfang Januar und Mitte Mai im Columbiabad 19 Straftaten gezählt.

Damals ganz vorn unter den Schwimmbädern mit der höchsten Kriminalität lag die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) in Friedrichshain. 42 Straftaten zählte die Polizei dort. Besonders häufig wurde sie hier wegen „sonstiger Straftaten“ gerufen.

Diebstahl und Körperverletzung werden oft angezeigt

Auf Rang drei der gefährlichsten Schwimmbäder lag im Mai das Sommerbad Olympiastadion, hier wurden 17 Straftaten gezählt. Die häufigste: Körperverletzung. Zwölfmal anrücken musste die Polizei ins Stadtbad Schöneberg „Hans Rosenthal“.

Im Kombibad Gropiusstadt, ebenfalls Neukölln, wurden bis Mitte Mai elf Straftaten gezählt – sechs davon waren Diebstähle. Ebenfalls elf Straftaten ereigneten sich im Stadtbad Lankwitz in Steglitz-Zehlendorf. Auch das Sommerbad Kreuzberg, besser bekannt als „Prinzenbad“, taucht in der Liste der gefährlichsten Bäder Berlins auf. Zehn Straften wurden hier dieses Jahr zwischen Januar und Mai gezählt.

Lesen Sie hier die Reportage von Morgenpost-Reporterin Uta Keseling zum Neuköllner Columbiabad: Baden, bis die Polizei kommt