Show

Elvis-Fieber auf der Bühne im Estrel

In der Doppelgänger-Show lässt Grahame Patrick die vor 42 Jahren verstorbene Rock-’n’-Roll-Legende musikalisch auferstehen.

Elvis-Double Grahame Patrick hat verblüffende Ähnlichkeit mit dem King of Rock’n’Roll.

Elvis-Double Grahame Patrick hat verblüffende Ähnlichkeit mit dem King of Rock’n’Roll.

Foto: Franz Michael Rohm

Als Elvis Presley im August 1977 in Memphis starb, trauerten Millionen Menschen in aller Welt. Der King war mit nur 42 Jahren an Herzstillstand gestorben. Seine Musik, neben Rock’n’Roll auch Gospel und Balladen, lebt weiter. Seit 2002 wird das Elvis-Musical in Berlin präsentiert, von Beginn an steht Grahame Patrick als Elvis auf der Estrel-Bühne. „Wir waren gerade auf der Sonnenallee einkaufen, da wollten wir doch gleich die Karten für die Show abholen“, sagt eine Frau zu Mona Fornfeist. Die Hotelfachfrau hat im Estrel gelernt und hilft bei krankheitsbedingten Ausfällen gerne am Ticketcounter aus.

Stage-Manager Iain Duncan studiert hinter der Bühne den Ablaufplan des Abends. „Teilweise kommen nach der Probe am Vortag neue Songs ins Programm. Die Show ist eine Art lebender Organismus“, schwärmt der 30-Jährige. Er verfügt über einige Jahre Erfahrung als Roadie sowie Heavy-Metal-Musiker und weiß alles über den Aufbau von Verstärkern, Schlagzeug, Keyboards und Mikrofonen. Nachdem er in alle Mikrofone frische Batterien eingesetzt hat, spricht er sich per Funk mit Licht- und Tontechnik für den Soundcheck ab. „Im Grunde bin ich ein Mädchen für alles“, scherzt der gebürtige Schotte.

Produktion des Elvis-Musicals ist aufwendig

Bernhard Kurz schreibt in seinem Büro im Estrel Festival Center Ideen für die Produktion des Weihnachts-Special von „Stars in Concert“ auf. „Das Programm ab 27. November wird zu einem Drittel mit den besten Christmas-Songs erweitert“, verrät der 67-jährige Schwabe. Seit mehr als 25 Jahren ist Kurz als Produzent im Showgeschäft tätig, die meiste Zeit davon arbeitet er für das Estrel. „Die erste Elvis-Show haben wir hier 2002 produziert“, erinnert sich Kurz.

Die musikalische Produktion des Elvis-Musicals ist aufwendig. Allein sieben Musiker stehen auf der Bühne, Saxofon, Posaune, Trompete, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards. Hinzu kommt noch die A-Capella-Gruppe „Stamps Quartet“. Ed Enoch aus Tennessee lernte Elvis Presley 1968 kennen und tourte mit den „Stamps“ bis zum Tod von Elvis. „Der war freundlich, ein guter Boss und ein toller Musiker“, sagt Ed Enoch. 90 Minuten vor Showbeginn bespricht er sich beim Soundcheck mit dem musikalischen Leiter der Show, Robin Scott.

In der Garderobe der Tänzerinnen prüft die erfahrene Kostümbildnerin Eva-Mariella Silbe, ob die neu genähte Korsage für Tänzerin Luciana Fuzetti passt. „Nicht so fest schnüren“, sagt die gebürtige Brasilianerin zur Eva-Mariella Silbe. Die 28-Jährige hat Tausende Kostüme für die Produktionen im Estrel Festival Center in ihrem Fundus. Jeden Tag wird überprüft, ob eines der Kostüme für die aktuelle Produktion nachgenäht oder aufgebügelt werden muss. Tänzerin Luciana hat eine klassische Ballett-Ausbildung absolviert. Die Korsage passt.

Grahame Patrick als Elvis auf der Bühne

Kurz vor Beginn der Show schlüpft Grahame Patrick in eine Kopie des legendären weißen Jumpsuit des King. Schon als Kind hat der jetzt 48-jährige Ire Lieder von Elvis gesungen. Mittlerweile hat er Hunderte Aufnahmen und Filmmitschnitte angesehen und ist mit Perücke auf der Bühne kaum vom Original zu unterscheiden. Das Musical beginnt mit „My Way“ und erzählt dann in lebendiger Choreografie chronologisch die Geschichte von Elvis Aaron Presley.

Während der Pause herrscht an der Bar großer Andrang. Binnen kurzer Zeit mixt Barchef Abdelfettah Tamim mit seinem Team Dutzende Cocktails. Am beliebtesten ist die hochprozentige Eigenkreation „Viva Las Vegas“ mit Wodka, Triple Sec, Orange und Maracuja. Bei den alkoholfreien Cocktails zählt „Blue Lagoon“ mit Blue Curacao-Sirup, Ananas und Orangensaft zu den Favoriten.

So gestärkt geht es in den zweiten Teil der der Show, die gegen 23.15 Uhr endet.

Elvis – Das Musical im Estrel Festival Center, Sonnenallee 225, Neukölln

Tel. 68 31 68 31, bis 8. September,

Mi.–Sbd. 20.30 Uhr, So. 19 Uhr, Tickets

ab 24 Euro, www.stars-in-concert.de