Religion

Hindu-Umzug in Neukölln: Gläubige ziehen durch die Straßen

Beim traditionellen Hindu-Umzug ziehen Hunderte Gläubige durch die Straßen Neuköllns und ehren den hinduistischen Gott Muragan.

Prozessionsumzug beim Tempelfest des Murugan Tempels in Berlin Neukölln.

Prozessionsumzug beim Tempelfest des Murugan Tempels in Berlin Neukölln.

Foto: Reto Klar / Reto Klar / Funke Foto Service

Berlin. Es ist der jährliche Höhepunkt im Sri Mayurapathy Tempel in Neukölln: der Prozessionsumzug, der das Avanifest beschließt. Das Fest dauert ein Mandala lang, was einem Monat, also 48 Tage, im indischen Kalender entspricht. Doch das Highlight ist der letzte Festtag. Dann ziehen nämlich Hunderte Hindus durch die Straßen rund um den Tempel in Britz. Dabei rollen sie bei stechendem Sonnenschein zwei Pagoden – Mini-Tempel auf Rädern – hinter sich her. Die sind bunt geschmückt mit allerlei Früchten, Räucherstäbchen und Blumen.

Die Gläubigen, vorwiegend Hindus aus Sri Lanka, ehren mit diesem Umzug ihren Lieblingsgott Muragan. Indem sie ihn durch die Straßen rund um den Sri Mayurapathy Tempel ziehen, wird so die Umgebung gereinigt. Nur ein Mal im Jahr darf die Götterstatue den Tempel verlassen und ans Tageslicht – beim Avanifest. Das feiern die Gläubigen dann gebührend.

Frauen tragen ihre schönsten und buntesten Saris. Männer schwitzen beim Ziehen der Pagoden zumeist oberkörperfrei und Kinder tanzen dem Umzug mit bunten, aufwendig dekorierten Kostümen hinterher. Musiker begleiten die Prozession lautstark mit ihren Instrumenten. In der Luft liegt ein Hauch von Räucherstäbchen-Duft. An kleinen Ständen am Straßenrand gibt es zur Stärkung kostenlos Lassis, Cola und Wasser sowie vegetarischen Essen.