Raucher

Martin Hikel verteilt Taschenaschenbecher

Immer wieder landen Zigarettenkippen auf dem Boden statt in den Müll. Der Bezirk Neukölln verteilt nun Taschenaschenbecher.

Martin Hikel hat in Neukölln Taschenaschenbecher verteilt

Martin Hikel hat in Neukölln Taschenaschenbecher verteilt

Foto: Alexander Wenzel

Kleine, runde Metalldöschen verteilt Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel vor dem Eingang zum Tempelhofer Feld an der Herrfurthstraße: Taschenaschenbecher. Das Neuköllner Bezirksamt hat sie im Rahmen der Bewegung „Schön wie wir“ kreiert. Das Ziel: Zigarettenkippen sollen nicht mehr auf dem Boden landen, sondern im Müll.

Eigentlich könne jeder Raucher leicht einen Mülleimer finden, sagt Hikel. Viele würden dennoch ihre Kippen aus Unachtsamkeit einfach wegschnippen. Darauf wolle man mit der Taschenaschenbecher-Aktion aufmerksam machen. Denn „es fängt mit den kleinen Dingen an, dafür muss man sensibilisieren“. Man wolle die Taschenaschenbecher auch in Zukunft bei verschiedenen Aktionen verteilen.

Weggeworfene Zigarettenkippen richten Schaden an

Und klein sind die Folgen weggeworfener Zigarettenstummel nicht: Schon einer kann 40 Liter Grundwasser verseuchen. Das stark wasserlösliche Nikotin löst sich innerhalb von 30 Sekunden. Die Zigarettenkippen verbleiben zudem 10 bis 15 Jahre in der Natur, bevor sie sich zersetzen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden bis zu zwei Drittel der gerauchten Zigaretten auf den Boden geschmissen. Pro Jahr verschmutzen demnach zwischen 340 und 680 Millionen Kilogramm weggeworfene Kippen die Umwelt. Dabei ist das Wegwerfen von Zigaretten streng genommen eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld nach sich zieht. Und dieses soll nach Plänen der Senatsumweltverwaltung steigen. Erst letzte Woche stellte sie ihren neuen Bußgeldkatalog vor: Eine weggeworfene Kippe kann dann bis zu 120 Euro kosten, was Hikel begrüßt: „Es ist gut, ins Bewusstsein zu holen, dass es kein Kavaliersdelikt ist.“