Neues Stadtquartier

Wer baut auf den Buckower Feldern?

Bauherren gesucht: Stadt und Land startet ein Interessenbekundungsverfahren für drei Grundstücke auf den Buckower Feldern.

So soll das Buckower Feld mal aussehen, wenn es bebaut ist.

So soll das Buckower Feld mal aussehen, wenn es bebaut ist.

Foto: STADT UND LAND-Wohnbauten GmbH

Berlin. Anfang Mai beschloss der Berliner Senat den Bebauungsplan für die Buckower Felder in Süd-Neukölln. Nun hat die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, die das Gebiet zu 80 Prozent bebauen wird, ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Ziel ist es, Bauherren zu finden, die die restlichen 20 Prozent des Feldes bebauen.

850 bis 900 neue Wohnungen in Planung

Zwischen 850 und 900 Wohnungen, in denen schätzungsweise 1700 Menschen leben sollen, werden auf den Buckower Feldern gebaut. Ein Acker soll also Abhilfe schaffen für den chronisch überlasteten Berliner Wohnungsmarkt. Baubeginn wird voraussichtlich 2021 sein.

Stadt und Land wird größtenteils das 63.800 Quadratmeter große Gebiet mit drei- bis fünfgeschossigen Wohnungen bebauen. 20 Prozent der Fläche dürfen jedoch von Drittanbietern bebaut werden.

„Adressaten sind Genossenschaften, Stiftungen, Baugruppen-Vereine, alle Zusammenschlüsse von Gruppen von Selbstnutzern, insbesondere junge Familien oder generationsübergreifendes Wohnen, die gemeinschaftliches Leben organisieren wollen und sich in dem Projekt dabei dauerhaft dem Allgemeinwohl verpflichten und durch eine geeignete EG-Nutzung, sogenannte Angerplätze, und andere Aktivitäten ihren Beitrag für eine dauerhafte Lebensqualität und Stabilität im Quartier leisten“, teilte ein Sprecher von Stadt und Land nun mit.

Jedoch sollen die Bebauungsflächen, die sich im Besitz von Stadt und Land befinden, nicht verkauft werden. Die Lösung: Die Flächen werden als Erbbaurecht vergeben. „Für die Dauer des Erbbaurechts ist eine Laufzeit bis 99 Jahre denkbar“, so das kommunale Wohnungsbauunternehmen.

Drei Phasen für Bewerbung um Bauplätze

Das Verfahren, mit welchem man sich um Bauflächen bewerben kann, ist in drei Phasen aufgeteilt. Die erste Phase, die Interessenbekundung, startete Mitte Juni Noch bis Ende August können Interessenten eine Interessenbekundung abgeben.

Im sich anschließenden Prozess, dem Bieterverfahren, erhalten geeignete Interessenten die Möglichkeit, eine inhaltliche, finanzielle und soziale Konzeption zu erarbeiten, in der die Umsetzung der Anforderungen aus den Rahmenbedingungen dargestellt wird.

Nach Abschluss des Verfahrens werden durch ein Bewertungsgremium für jedes Baufeld je drei Bieter ausgewählt, die in die engere Wahl kommen.

Am Ende, so der Wunsch von Stadt und Land, soll ein attraktives, lebendiges Stadtquartier mit großzügigen öffentlichen Freiräumen entstehen. „Das neue Stadtquartier wird unter den Prämissen preislich günstigen Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, nachhaltige städtebauliche, architektonische und ökologische Lösungen zu nutzen und die Voraussetzung für ein sozial durchmischtes, gemeinschaftliches Leben mit hohem Mehrwert für die künftigen Bewohner zu gewährleisten, entwickelt“, so Stadt und Land.

So soll das neue Stadtquartier aussehen

Die künftigen Gebäude werden drei bis vier Geschosse haben, im Inneren des Neubaugebiets sind vier Gebäude mit bis zu fünf Geschossen vorgesehen. Auf etwa 58.400 Quadratmetern sollen Einraumwohnungen bis hin zu Fünf-Zimmer-Appartements entstehen, und auf circa 5.400 Quadratmetern Ein- bis Zweifamilienhäuser.

Eingerahmt wird das Viertel, das autoarm sein soll, von einem großzügigen Landschaftspark im Westen und einem grünen Gürtel im Osten am Buckower Damm. In dem Landschaftspark wird zudem ein 1700 Quadratmeter großer Kinderspielplatz gebaut.

Gemäß der Kooperationsvereinbarung wird zu 50 Prozent mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum errichtet. Die Hälfte der neuen Wohnungen sollen also für rund 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Neben Wohnungen sollen auch Kitas, Jugendeinrichtungen und Arztpraxen in das neue Quartier ziehen. Außerdem soll es verschiedene Freiflächen geben, an denen sich das soziale Leben der neuen Wohnsiedlung abspielen soll.

47.000 Wohnungen im Besitz von Stadt und Land

Stadt und Land gehört mit rund 47.000 eigenen Wohnungen, über 780 Gewerbeeinheiten und über 9.000 für Dritte verwaltete Mieteinheiten zu den größten städtischen Wohnungsbaugesellschaften Berlins. Der Bestand soll zudem noch bis 2026 durch Neubau und Ankauf auf insgesamt 55.500 Wohnungen wachsen.

Derzeit befinden sich etwa 2.400 Wohnungen im Bau, für weitere 660 Wohnungen ist ein Baubeginn im Jahr 2019 geplant. Konkrete Projekte mit über 2.300 neuen Wohnungen und einem Baubeginn ab 2020 befinden sich in der mittelfristigen Planung.

Informationen zu den formalen Voraussetzungen, dem zeitlichen Ablauf und dem Interessenbekundungsverfahren „Grundstücke an Dritte“ im Allgemeinen finden Sie auf https://www.buckowerfelder.de/konzeptverfahren. Dort können sich Interessierte für das Verfahren registrieren.