Bildung

Campus Efeuweg nimmt weiter Gestalt an

Die Schule in Neukölln gilt als eine der modernsten im Bezirk. Dabei wurde sie erst vor einigen Jahren aus Problemschulen zusammengeschlossen.

Der Neubau des Campus Efeuweg in der Gropiusstadt.

Der Neubau des Campus Efeuweg in der Gropiusstadt.

Foto: Nina Kugler

Neukölln. Selten hat die Bezeichnung „Gemeinschaftsschule“ so gut gepasst wie beim Campus Efeuweg. Noch vor wenigen Jahren war hier an eine Gemeinschaft, an ein Zusammensein, praktisch nicht zu denken. Zu fremd waren sich die Kinder, die hier in der Gegend aufwuchsen: die einen in den Hochhäusern der Gropiusstadt, die anderen in kleinen Siedlungshäusern in Rudow. Auch wenn immer in Sichtweite des anderen – getrennt waren die Kinder durch die Fritz-Erler-Allee, die die beiden Orte wie eine soziale Grenze durchschneidet. Bis 2015 waren auch die Schulkinder aus der Gegend von dieser Trennung betroffen.

Ihre Schulen, die Walt-Disney-Grundschule und die Liebig-Sekundarschule, galten als Problemschulen. Immer weniger Eltern meldeten ihre Kinder dort an. Als es erste Zeichen der Verwahrlosung gab, standen die Schulen vor der Schließung. Doch der Bezirk entschied sich für einen Neustart: Die beiden Schulen fusionierten zur Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg.

Von der Problem- zur Vorzeigeschule

Mittlerweile gilt die Schule in Süd-Neukölln als eine der modernsten im Bezirk. Die rund 750 Schüler lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse gemeinsam und können das Abitur auf dem Campus am Oberstufenzentrum Lise-Meitner machen. Die Gemeinschaftsschule hat zudem ein eigenes Schülerforschungszentrum und ein Zentrum für Sprache und Bewegung. Auf dem Campusgelände gibt es außerdem eine Kita, einen Jugendclub, das Degewo-Stadion, eine Sporthalle sowie das Kombibad Gropius­stadt. Alle Campusbereiche sind mit Wegen verbunden und auch für Anwohner offen.

Richtfest für Erweiterungsbau

Und nun wird das Ensemble noch ergänzt um einen Schulergänzungsbau. Der ist für rund 150 Schüler der Grundstufe konzipiert. Die Fertigstellung des Rohbaus feierte diesen Mittwoch Richtfest. Knapp 5 Million Euro hat er gekostet. Im Erdgeschoss wird zudem die neue Schulbibliothek der Gemeinschaftsschule einziehen.

Planmäßig soll der Neubau nächstes Jahr bezogen werden. „Aber vielleicht schaffen wir es auch erst Anfang 2021 – aber wir werden fertig“, versicherte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) beim Richtfest.

Noch bis mindestens 2022 wird am Campus Efeuweg gebaut. Die Baukosten werden derzeit auf rund 38 Million Euro geschätzt. Nicht im Preis inklusive: Der Neubau des Oberstufenzentrums. Der schlägt nochmals mit knapp 53 Million Euro zu Buche.

Der Erfolg gibt dem Projekt Gemeinschaftsschule Recht: Seit Jahren melden sich wieder so viele Schüler an, dass drei erste Klassen aufgemacht werden können. Vorher war die Grundschule lange Zeit nur zweizügig.

Bezirk investiert kräftig in Ausbau von Schulen

Auch in den kommenden Jahren wird fleißig weiter saniert und gebaut an Neuköllner Schulen. Denn für die Zukunft werde ein höherer Bedarf an Schulplätzen erwartet, hieß es aus dem Bezirksamt. Zwar reichen gegenwärtig sowohl im Grundschulbereich als auch im Oberschulbereich die angebotenen Schulplätze in Neukölln aus. Ein Defizit werde aber ab dem Schuljahr 2021/22 erwartet, dem mit Schulneubauten sowie mit weiteren Aus- und Umbaumaßnahmen an Bestandsschulen entgegengewirkt werden soll.

Neben dem Campus Efeuweg ist das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium ein Prestigeprojekt im Bezirk. 30 Jahre musste die Schule in Buckow auf ihren Neubau warten. Und nun geht plötzlich alles ganz schnell. 2017 war Spatenstich, ein Jahr später dann Grundsteinlegung. Im Mai feiert Schulleiter Hans Steinke schließlich Richtfest.

Der Rohbau für das fünf-zügige Gymnasium mit künstlerischer und naturwissenschaftlicher Schwerpunktsetzung steht. Voraussichtlich nach den Sommerferien 2021 sollen in den Neubau dann die rund 850 Schüler des Gymnasiums einziehen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 32 Million Euro, teilte das Bezirksamt Neukölln mit. Bisher war immer von rund 30 Million Euro die Rede.

Lange Liste der Sanierungsmaßnahmen

Und das dritte Schulgroßprojekt im Bezirk ist noch umfangreicher. Geplant ist der Neubau der Clay-Schule am Neudecker Weg in Rudow. Diese wird als integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe Platz für 1100 Schüler im Ganztagsbetrieb haben. Die Baukosten werden auf 32 Millionen Euro geschätzt. Der erste Spatenstich findet hier am 13. Juni statt.

Hinzu kommen laut Bezirksamt diverse Sanierungsmaßnahmen und Instandsetzungen an 46 von 59 Schulen. Energetische Sanierungen, neue Fenster, neue Dächer, Mensa-Neubauten, Sanierung von Sanitäranlagen, Heizungsanlagen und so weiter – die Liste ist lang.