Schulweg

Neukölln geht gegen Elterntaxis im Körnerkiez vor

Neues Konzept für den Schulweg: Kinder laufen gemeinsam zur Schule. So sollen Elterntaxis bald der Vergangenheit angehören.

Kinder sollen künftig gemeinsam zur Schule laufen in Neukölln.

Kinder sollen künftig gemeinsam zur Schule laufen in Neukölln.

Foto: Arne Dedert / dpa

Berlin. Es ist der allmorgendliche Spießrutenlauf, der Anwohner, Eltern und Lehrer gleichermaßen im Körnerkiez regelmäßig in den Wahnsinn treibt: der Schulweg. In den engen Straßen tummeln sich unzählige Autos, denn Eltern wollen ihre Kinder sicher in die Peter-Petersen-Grundschule oder Konrad-Agahd-Grundschule bringen. „Elterntaxis“ nennt sich dieses Phänomen, wenn jedes einzelne Kind in einem Extra-Auto bis vor die Schule gefahren wird.

Und längst sind diese Elterntaxis in Verruf geraten. Sie verursachen nicht nur ein tägliches Chaos vor den Schulen, weil die Kinder bis vor die Tür gebracht werden sollen. Sie verhindern auch, dass die Kinder lernen, selbstständig zu werden und sich im Straßenverkehr zurechtzufinden.

Neukölln geht gegen Elterntaxis vor

Der Bezirk Neukölln will das nun ändern und organisiert gemeinsam mit der AG.Urban, der Konrad-Agahd-Grundschule, der Peter-Petersen-Grundschule und dem Quartiersmanagement Körnerpark einen sogenannten „Laufbus“. Der wurde Anfang der Woche offiziell eingeweiht.

Die Idee vom Laufbus ist ganz einfach: Er funktioniert wie ein Linienbus mit einem täglichen festen Fahrplan. An den gekennzeichneten Haltestellen treffen sich die Kinder und werden von der Gruppe abgeholt.

Grundschulkinder, die in näherer Umgebung von der Schule wohnen, laufen so gemeinsam am Morgen zur Schule. Dabei werden sie von mindestens zwei Eltern begleitet. Neben der Konrad-Agahd-Grundschule will nun auch die benachbarte Peter-Petersen-Grundschule in das Projekt einsteigen.

Bezirk hofft auf Entlastung im Verkehr

Denn die Vorteile sind klar: Die Kinder kommen gemeinsam pünktlich zur Schule, sind sichtbarer für die Autofahrer, und ihr Gemeinschaftssinn wird gestärkt. Auf der anderen Seite vernetzen die Eltern sich und werden entlastet. Als Ergebnis, so die Hoffnung von allen Beteiligten, geht der Verkehr vor der Schule zurück.