Zuschuss

4,6 Million Euro für Neuköllner Kiez-Projekte

4,6 Million Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ gehen an Neukölln.

Wird mit Geldern aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ gefördert: die High-Deck-Siedlung.

Wird mit Geldern aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ gefördert: die High-Deck-Siedlung.

Foto: Sylvia Baumeister

Berlin. Vor 15 Jahren erklärte der damalige Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD): „Multi-Kulti ist gescheitert“. Plötzlich richteten sich die Augen der Republik auf Neukölln als Musterbeispiel gescheiterter Integrationspolitik. In der Folgezeit galt der Bezirk als Hochburg jugendlicher Intensiv-Straftäter und als Ballungsgebiet, in dem kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien den Ton angeben.

Doch parallel entwickelte sich insbesondere der Norden Neuköllns mehr und mehr zum Anziehungspunkt für junge Menschen. Plötzlich galt der raue Charme des Viertels als attraktiv, wurde die soziale Vielfalt des Bezirks als Ausweis einer weltoffenen Urbanität gepriesen.

Gelder aus bundesweitem Städtebauförderprogramm

Dass sich der Bezirk in den vergangenen Jahrzehnten so entwickelt hat, liegt unter anderem auch an dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“. Seit 20 Jahren soll dieses Programm bundesweit dabei helfen, wirtschaftlich und sozial benachteiligte Stadtteile zu stabilisieren und aufzuwerten. Neukölln ist seitdem Nutznießer des Programms. Mehr als 4,6 Million Euro aus diesem Städtebauförderprogramm stehen dem Bezirk für das Jahr 2019 zur Verfügung. Das ergab nun eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

480.000 Euro für Gewaltpräventionsprojekt

Rund die Hälfte des Geldes, immerhin gut 2 Million Euro, fließt in die Region Neukölln-Nord. 480.000 Euro gehen hier beispielsweise an das Projekt „Junge, Junge!“, um geschlechterreflektierte Jungenarbeit in Neukölln zu etablieren. Von Juli 2019 bis Mitte 2022 soll das Projekt laufen. Ziel soll sein, gewalttätiges, sexuell übergriffiges Verhalten von Jungen und jungen Männern zu thematisierten und zurückzudrängen. Neben Jungen zählen auch Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen und Schulstationen zur Zielgruppe des Projektes.

Auch das Quartiersmanagement-Gebiet am Körnerpark profitiert stark von dem Projekt Soziale Stadt. Mehr als 1,5 Million Euro fließen hier allein in den Erweiterungsbau des Nachbarschaftsheims Neukölln an der Schierker Straße 53. Insgesamt gehen an das Gebiet rund um den Körnerpark mehr als 1,6 Million Euro.

250.000 Euro für die High-Deck-Siedlung

250.000 Euro bekommt zudem die High-Deck-Siedlung für Kiez-Projekte. Mit 80.000 Euro sollen beispielsweise neue Lernorte im Quartier geschaffen werden. Außerdem fließen 68.000 Euro in eine Kampagne zur Imageverbesserung der High-Deck-Siedlung. Mit 66.000 Euro wird zudem das Familien-Forum High-Deck, einem Kindertreff sowie inklusivem Eltern-Kind-Zentrum, unterstützt.

Unweit der High-Deck-Siedlung liegt ein weiterer Neuköllner Problemkiez: die Weiße Siedlung. Ihr stehen aus dem Städtebauförderprogramm Soziale Stadt 210.000 Euro zur Verfügung. Damit soll insbesondere die Nachbarschaftsarbeit in dem Kiez fortgeführt werden.

Die Rollbergsiedlung erhält 210.000 Euro aus dem Programm. Rund die Hälfte davon, 120.000 Euro, fließen hier in die Aufwertung der Außenfläche der Kita Mini-Mix International.

188.000 Euro bekommt zudem das Gebiet um den südlichen Richardplatz in Rixdorf sowie 140.000 Euro gehen an die Region um das Quartiersmanagement an der Flughafenstraße. In beiden Gebieten werden insbesondere Projekte der sozialen Arbeit im Kiez gefördert.

34 Gebiete in ganz Berlin werden unterstützt

In ganz Berlin werden zur Zeit 34 innerstädtische Gründerzeitquartiere wie auch Großwohnsiedlungen am Stadtrand in acht verschiedenen Bezirken durch das Programm Soziale Stadt gefördert. 2019 stehen berlinweit 26,5 Million Euro dafür zur Verfügung. Rund 423.000 Berliner leben in den Gebieten, die gefördert werden.

Seit 1999 flossen 472 Million Euro durch das Projekt Soziale Stadt nach Berlin. Der Anteil europäischer Mittel betrug hierbei 140,85 Million Euro. Der Bund beteiligte sich mit 107,61 Million Euro. Das Land Berlin steuerte zudem 223,6 Million Euro bei. Insgesamt wurden bisher mehr als 7200 Projekte gefördert.