Gedenken

Neukölln will Straßen nach ermordeten Polizisten umbenennen

Mit Straßenumbenennungen und einem zentralen Gedenkort sollen die Beamten gewürdigt werden, die im Dienst erschossen wurden.

Im Rollbergviertel sollen Teile der Morusstraße nach im Dienst ermordeten Polizisten umbenannt werden (Archivbild).

Im Rollbergviertel sollen Teile der Morusstraße nach im Dienst ermordeten Polizisten umbenannt werden (Archivbild).

Foto: Michael Herrmann

Berlin. In Neukölln sollen zwei Straßen nach den beiden im Dienst erschossenen Polizisten Uwe Lieschied und Roland Krüger umbenannt werden. Das hat der Ausschuss für Verkehr, Tiefbau und Ordnung der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung einstimmig beschlossen.

Im sogenannten Rollbergviertel, also dem Kiez zwischen Hermannstraße und Karl-Marx-Straße, soll zum einen ein Teil der Morusstraße zwischen Rollbergstraße und Werbellinstraße in „Uwe-Lieschied-Straße“ umbenannt werden. Außerdem soll, ebenfalls im Rollbergkiez, das Teilstück der Kopfstraße zwischen Morusstraße und dem Park Lessinghöhe in „Roland- Krüger-Straße“ umbenannt werden.

Neben neuen Straßennamen soll es auch Gedenkort geben

Dass ausgerechnet diese Teilstücke vom Ausschuss ausgewählt wurden, ist nicht zufällig: Zum einen sprachen sich Polizeibeamte vom Abschnitt 55, der im Rollbergkiez liegt und dem die beiden getöteten Polizisten angehörten, für diese Straßen aus. Zum anderen dürfte hier der bürokratische Aufwand recht gering bleiben, weil nur wenige Wohnhäuser an den Straßenabschnitten stehen.

Neben den Straßenumbenennungen fordert der Verkehrsausschuss zudem die Einrichtung eines zentralen Gedenkortes im Rathaus Neukölln. Der Ausschussvorsitzende Marko Preuß (SPD) sagt dazu: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam hier aus diesem Ausschuss ein Signal senden, dass wir alle nicht nur zusammen um die Ermordeten trauern und ihnen würdig gedenken wollen, sondern auch hinter den Kolleginnen und Kollegen der Polizei stehen und ihren Einsatz zur Sicherheit von uns allen würdigen wollen.“

Nun muss noch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) dem Vorschlag aus dem Verkehrsausschuss zustimmen.

Zwei Polizisten im Dienst ermordet

Vor knapp 16 Jahren wurde Roland Krüger bei einem Routine-Zugriff getötet. Er starb im Kugelhagel bei der Stürmung einer Wohnung. Die Aufgabe war, einen 33 Jahre alten Libanesen zu stellen. Zuvor hatte es eine Messerstecherei zwischen Clan-Mitgliedern gegeben. Krüger war der erste und einzige Tote in der Geschichte des Berliner Spezialeinsatzkommandos (SEK).

Uwe Lieschied war überwiegend als Zivilfahnder unterwegs. Im März 2006 war er mit einem Kollegen auf Zivilstreife in der Hasenheide. Dabei beobachteten sie, wie zwei Männer nach einem Handtaschenraub flüchteten. Lieschied und sein Kollege verfolgten die Tatverdächtigen. Einer der Männer schoss auf Lieschied. Er wurde von acht Kugeln getroffen und starb vier Tage später. Der Mörder wurde 2007 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Schändung der Polizistengräber

Anfang April hatten Unbekannte die Gräber von Krüger und Lieschied verwüstet und mit verfassungsfeindlichen Symbolen versehen. Der oder die Täter hatten Hakenkreuze mit roter Farbe auf die Grabsteine geschmiert. Die Schändung auf dem Parkfriedhof Neukölln im Ortsteil Britz sorgte für große Empörung in der Berliner Politik.