Berliner Opernpreis

Ferdinand von Schirach unterstützt Neuköllner Oper

Der Buchautor stellt der Neuköllner Oper zwei Kurzgeschichten zur Verfügung. Sie dienen als Grundlage für neue Musiktheaterstücke.

Star-Autor Ferdinand von Schirach unterstützt die Neuköllner Oper mit zwei seiner Kurzgeschichten.

Star-Autor Ferdinand von Schirach unterstützt die Neuköllner Oper mit zwei seiner Kurzgeschichten.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Oper – nicht wenige Menschen schreckt das erstmal ab. Sie denken an eine elitäre Veranstaltung mit Musik aus vergangenen Jahrhunderten. Genau dieses Bild will die Neuköllner Oper an der Karl-Marx-Straße durchbrechen. „Wir sind überzeugt davon, dass man ein modernes und interessantes Musiktheater machen kann“, sagt Andreas Altenhof, Pressesprecher der Neuköllner Oper. „Musiktheater soll wieder leichter zugänglich werden für die ganze Gesellschaft und das Publikum.“

Wie das funktionieren kann? Zum Beispiel, indem man nicht nur klassische Stücke wie Mozarts Zauberflöte oder Wagners Nibelungenring aufführt, sondern moderne, unverbrauchte Stücke inszeniert. Und genau das haben Altenhof und sein Team vor. Und bekommen prominente Unterstützung bei ihrem Vorhaben.

Ferdinand von Schirach stellt zwei Kurzgeschichten zur Verfügung

Star-Autor Ferdinand von Schirach, dessen Buch „Der Fall Collini“ gerade erst mit Elyas M‘Barek verfilmt wurde, stellt der Neuköllner Oper zwei seiner Kurzgeschichten zur Verfügung. „Von Schirach schreibt dramatisch Geschichten, die einen in den Abgrund der menschlichen Seele blicken lassen“, sagt Altenhof. „Daraus kann ein großes Musiktheater entstehen.“

Schirachs Geschichten dienen als Vorlage für Musiktheaterstücke

Aus diesen Schirach-Stücken sollen nun Bewerber um den Berliner Opernpreis, den die Neuköllner Oper schon seit mehr als 20 Jahren vergibt, ein Musiktheaterstück komponieren.

Komponisten sind aufgerufen, sich mit einem bereits bestehendem Musikstück vorzustellen. Außerdem sollen sie ein Konzept für ein halbstündiges Musiktheater zu Schirachs Texten bei der Bewerbung miteinreichen. Anschließend ermittelt eine sechsköpfige Jury die besten sechs bis acht Bewerber.

Harter Wettbewerb, am Ende steht ein Gewinner

Drei Tage haben sie dann im Herbst Zeit, in der Neuköllner Oper an ihren Musiktheaterstücken zu feilen. Am Ende entscheidet nochmals eine Jury darüber, wer die beiden besten sind. Diese bekommen dann ein Produktionsbudget, um ihre Stücke bühnentauglich zu machen.

Uraufgeführt werden die Musikstücke dann am 6. Mai 2020 bei einer rauschenden Gala mit rund 350 geladenen Gästen. An diesem Abend wird der finale Sieger gekürt.

Dem winkt dann eine Fortsetzung seines Stücks in doppelter Hinsicht: Zum einen wird das Gewinnerstück in den darauffolgenden Tagen weiter aufgeführt. Zum anderen bietet das Theater Freiburg, das den Berliner Opernpreis dieses Jahr zum ersten Mal mit der Neuköllner Oper, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Gasag vergibt, eine weitere Zusammenarbeit an. „Die Zusammenarbeit mit einem renommierten Theater wie dem Freiburger eröffnet dem Gewinner dann richtig gute Möglichkeiten“, sagt Altenhof.

Weitere Informationen unter https://www.neukoellneroper.de/junge-akteure/berliner-opernpreis/