Kunst

Die Kindl-Treppe in Neukölln ist fertig

Die Gestaltung der Kindl-Treppe ist abgeschlossen. Letzte kleine Kunstwerke wurden an den Wänden montiert.

Die Kindl-Treppe in Neukölln ist fertig.

Die Kindl-Treppe in Neukölln ist fertig.

Foto: Nina Kugler

Berlin. Die Kindl-Treppe in Neukölln, die an der Ecke Isar- und Neckarstraße zum Kindl-Areal führt, ist fertig. Das Kunstprojekt von Nicolas Freitag und Anja Röhling brauchte drei Jahre für seine Fertigstellung – und das war so auch geplant. Unter dem Titel „Meine Welt – gemeinsam gestalten“ zeichneten, fotografierten, collagierten und texteten zahlreiche Neuköllner die Vorstellung von ihre Welten. Dabei konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen, das Motiv sollte lediglich irgendetwas mit Neukölln zu tun haben. Am Ende sollten die Texte, Collagen oder Fotos „eine große gemeinsame Welt bilden“, schreibt das Künstlerpaar auf seiner Webseite.

Früher grau, jetzt bunt

Die Werke wurden anschließend digitalisiert, gedruckt und auf den Wänden der Treppe installiert. Mehr als 400 Kreise und Streifen aus Aluminium hatte das Künstlerpaar an den Wänden der Treppe angebracht – als Platzhalter für die Ideen der Neuköllner. Nach und nach wurde so aus der eigentlich schnöden grauen Treppen-Wand eine bunte Kunstinstallation von und für Neuköllner.

2016 wurde die Kindl-Treppe nach mehrjähriger Bauzeit eröffnet. Mit der acht Meter hohen Treppe verkürzen sich die Wege im Kiez beträchtlich, beispielsweise von der Großsiedlung Rollberge und der Boddin-Schule, aber auch für Gäste des Kindl-Geländes vom U-Bahnhof Rathaus Neukölln. Dank des Aufzugs bietet die Treppe auch einen barrierefreien Zugang zum ehemaligen Kindl-Gelände.

Von der Brauerei zum Kunst-Zentrum

Einen Block hinter der Hermannstraße liegt das Rollbergviertel. Zwischen Kartbahn und Neubauten mit exklusiven Eigentumswohnungen erhebt sich dort das Baudenkmal der ehemaligen Kindl-Brauerei im Stil expressionistischer Backsteinarchitektur der späten 1920er-Jahre kirchengleich in Nord-Neukölln. Ein Dreivierteljahrhundert wurde hier Bier gebraut, gelagert und ausgeliefert. 2005 folgte der Brauerei-Umzug nach Weißensee. Nach einigen Zwischennutzungen wurde das denkmalgeschützte Gebäude 2011 von dem Kunstsammlerehepaar Salome Grisard und Burkhard Varnholt erworben und aufwendig zum „Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst“ umgebaut.

Infos über das Museum

Adresse: Am Sudhaus 3, Neukölln, Mittwoch–Sonntag 12–18 Uhr, Eintritt: Erwachsene 5, erm. 3 Euro, bis 18 Jahre Eintritt frei, jeden ersten Sonntag im Monat freier Eintritt für alle.

Kunstvermittlung für Kinder und Jugendprogramm unter 8321 59 120 und info@kindl-berlin.de

Café Babette Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet, preiswerte Tagesgerichte, das Café mit 100 Sitzplätzen kann für Events gebucht werden. Telefon 0176-38 38 89 43