Sicherheit

Erster geschützter Radstreifen für Neukölln

Bauarbeiten für ersten geschützten Radweg im Bezirk zwischen Hermannplatz und Rathaus Neukölln haben begonnen.

So könnte er aussehen, der gesicherte Radweg an der Sonnenallee (Symbolbild).

So könnte er aussehen, der gesicherte Radweg an der Sonnenallee (Symbolbild).

Foto: Katrin Lange

Am Montag, 15. April, haben in der Neuköllner Karl-Marx-Straße die Arbeiten für den ersten geschützten Radstreifen im Bezirk begonnen. Ab dem Hermannplatz entsteht in Richtung Rathaus Neukölln auf rund 300 Metern ein geschützter Radweg, der die Sicherheit von Radfahrenden erhöhen soll. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Juni.

Der mit Pollern geschützte Radstreifen geht vom Hermannplatz bis zur Reuterstraße und führt dann auf einem regulären Radstreifen weiter bis zur Weichselstraße. Der Radstreifen hat dabei eine Breite von 2,60 Metern.

Bezirksbürgermeister: Mehr Lebensqualität für Bezirk

In entgegengesetzter Fahrtrichtung wird ein Radstreifen markiert. Aufgrund der zahlreichen Grundstückszufahrten und abgehender Straßen wird in diese Richtung jedoch auf Poller verzichtet. Wie auf der restlichen Karl-Marx-Straße wird nach den Arbeiten für den Autoverkehr nur noch eine Spur pro Richtung bestehen.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) sagt zu dem neuen Radweg: „Mit dem ersten geschützten Radstreifen schaffen wir mehr Sicherheit für Radfahrende und gleichzeitig mehr Übersichtlichkeit für den Autoverkehr. Wenn sich Rad- und Autofahrende weniger oft in die Quere kommen, führt das insgesamt zu mehr Lebensqualität.“

58 Radwege in Neukölln – und viele gefährliche Stellen

In Neukölln gibt es 58 Radwege und zwei Fahrradstraßen. Außerdem sind zwei Fahrradwege im Bezirk grün markiert. Diese Markierung soll die Wege sicherer machen – denn so sollen Autofahrer besser sehen können, dass hier ein Radweg entlang geht. Und dass das an manchen Stellen im Bezirk sehr nötig ist, hat jüngst die Antwort auf eine Anfrage im Senat der CDU-Abgeordneten Hans-Christian Hausmann, Robbin Juhnke und Maik Penn. Aus Sicht der Berliner Polizei gibt es nämlich neun Unfallschwerpunkte für Radfahrer in Neukölln – also Knotenpunkte, an denen mindestens fünf Verkehrsunfälle innerhalb eines Jahres passieren. Besonders sticht hierbei der Bereich zwischen Hasenheide, Hermannstraße, Karl-Marx-Straße und Hermannplatz hervor: Hier gab es 2009 einen Toten und zwei Verletzte, im Jahr darauf acht Verletzte, 2015 schließlich drei Verletzte und jeweils neun Verletzte 2016 und 2017.

16 Kilometer langer Radweg durch mehrere Bezirke geplant

Der Bezirk plant deshalb auch, Fahrradwege weiter auszubauen. Ein Leuchtturmprojekt ist die sogenannte „Y-Trasse“, die von Treptow-Köpenick über Neukölln bis nach Friedrichshain-Kreuzberg 16 Kilometer durch den Südosten Berlins führen soll. Sie ist momentan in der Planungsphase. Außerdem ist ein geschützter Radstreifen, ein sogenannter „Pollerradweg“, auf der Karl-Marx-Straße zwischen Hermannstraße und Weichselstraße geplant. Am Böhmischen Platz ist zudem die Einrichtung des ersten Lastenradparkplatzes in Neukölln in Planung. Außerdem soll die Westerstraße zur Fahrradstraße umgebaut werden. Nur um einige der Neuerungen im Kiez zu nennen.