Festival

Gegen Hass: Festival „Offenes Neukölln“ findet wieder statt

Das Festival „Offenes Neukölln“ findet Ende Mai zum dritten Mal statt. Wer mitmachen will, kann sich diese Woche noch anmelden.

Die Sonnenallee in Neukölln (Symbolbild).

Die Sonnenallee in Neukölln (Symbolbild).

Foto: Reto Klar

Eigentlich gilt Neukölln als weltoffener, bunter Bezirk. Gerade im Norden treffen auf der Sonnenallee oder der Hermannstraße die verschiedenesten Kulturen aufeinander – und leben zumeist friedlich nebeneinander. Doch der Bezirk hat auch ein anderes Gesicht. Insbesondere im Süden, in Britz oder Rudow, gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Brandanschläge auf Autos oder Geschäfte von Personen, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen. Die Täter werden im rechten Spektrum vermutet Verhaftet oder verurteilt wurde jedoch bislang niemand. Die Ermittlungen wurden sogar eingestellt.

Bündnis setzt sich gegen Hass ein

Das Aktionsbündnis „Offenes Neukölln“ setzt sich deshalb seit drei Jahren gegen Rechtsextremismus und Hass ein. Jedes Jahr veranstaltet es ein mehrtägiges Festival, bei dem so viele Neuköllner und Berliner wie möglich mitmachen sollen. Auch, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen.

Dieses Jahr wird es von Freitag, 24. bis Sonntag, 26. Mai, stattfinden. Und noch bis zum 17. März können sich alle, die mitmachen wollen, anmelden. Das geht online unter https://www.offenes-neukoelln.de/mitmachen

Wer wird mitmachen?

Zahlreiche Initiativen und Vereine beteiligen sich mit Veranstaltungen an dem Festival. Mitmachen werden unter anderem Kultur- und Sportvereine, politische Initiativen und Parteien, Künstler, sowie verschiedene Kneipen, Kinos und Clubs, Kirchen, Gartenprojekte, Jugendzentren und Kiezinitiativen sowie Museen und Buchhandlungen.

Wie in den beiden vergangenen Jahren sollen im Rahmen des Festivals Lesungen und Diskussionen, Theater- und Filmvorführungen stattfinden sowie Partys und Konzerte, Ausstellungen, Kinderfeste oder Stadtrundgänge.

Das sagt der Veranstalter

In einer Pressemitteilung teilten die Veranstalter mit: „Das Festival hat das Ziel, unseren Bezirk, lebenswerter und antirassistischer zu machen. Jeder Mensch soll hier so leben dürfen wie er es möchte, unabhängig von Hautfarbe, sexueller, politischer oder religiöser Orientierung. Angriffe auf die Gesundheit von Menschen, Brandattacken auf Buchhandlungen oder die Schändung von Stolpersteinen sind für uns völlig inakzeptabel.“

Brandanschläge gezielt gegen engagierte Bürger

Seit Juni 2016 wurden insgesamt 14 Brandanschläge auf Privatautos von Personen ausgeübt, teilten die Veranstalter weiter mit. Hinzu kommen Schmierereien an Privatwohnungen, Morddrohungen und Schändungen von Stolpersteinen sowie Mahnmalen. „Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, werden gezielt angegriffen mit dem Ziel, sie einzuschüchtern und mundtot zu machen“, hieß es von Seiten des Aktionsbündnisses.

Auch Rudower Buchhändler unter Opfern

Zu den Opfern zählt auch der Buchhändler Heinz Ostermann. Er betreibt die Buchhandlung „Leporello“ in Rudow. Zwischen Ende 2016 und Anfang 2018 wurde er innerhalb kürzester Zeit dreimal zum Ziel von Attacken.

Zweimal zündeten Unbekannte seine Autos an. Einmal wurde die Fensterscheibe seiner Buchhandlung zertrümmert. Auch er engagiert sich bei dem Aktionsbündnis „Offenes Neukölln.“