Traditionsladen

Der „Zauberkönig“ findet eine neue Heimat

Das Geschäft für Zaubereizubehör ist eine Berliner Institution. Nun zieht der Laden von der Hermannstraße in den Schillerkiez um.

"Zauberkönig" - so der Name des Ladengeschäfts in Neukölln, in dem sich angehende und versierte Zauberer mit Arbeitsmaterialien eindecken können.

"Zauberkönig" - so der Name des Ladengeschäfts in Neukölln, in dem sich angehende und versierte Zauberer mit Arbeitsmaterialien eindecken können.

Foto: Matthias Tödt / BM

Berlin. Der legendäre „Zauberkönig“, ein mehr als 100 Jahre alter Laden für Zaubereizubehör, bleibt im Bezirk Neukölln und wird Ende Februar im Schillerkiez neu eröffnen. Im vergangenen Frühjahr hatten die beiden Inhaberinnen Karen German und Kirsi Hinze mitgeteilt, dass sie ihren Shop an der Hermannstraße schließen müssen. 66 Jahre hatte der „Zauberkönig“ hier sein Zuhause.

Ende Dezember 2018 mussten die Zauberkünstler dann das kleine Geschäft mit dem auffälligen gelben Schriftzug über der Tür endgültig verlassen. Grund: Das Grundstück wechselte den Besitzer. Und die baufällige Nachkriegsbaracke, in der der „Zauberkönig“ seit 1952 untergebracht war, wird abgerissen.

Doch nachdem kurzzeitig nicht klar war, wie es mit dem Traditionsgeschäft weitergehen sollte, kommt nun die gute Nachricht. Künftig können Liebhaber der magischen Künste an der Ecke Herrfurth- und Weisestraße ihr Zauberei-Allerlei einkaufen. Im Schaufenster des neuen Ladengeschäfts hängt bereits ein Poster. „Da unsere alte Bude auf der Hermannstraße demnächst abgerissen wird, freuen wir uns sehr, hier ein neues Zuhause für unseren Laden gefunden zu haben“, steht dort geschrieben. „Wir freuen uns auf die nächsten 100 Jahre!“

Illusionist Günter Klepke führte das Geschäft

Der „Zauberkönig“ ist in Berlin eine echte Institution. Seit 1884 – als Deutschland noch von einem Kaiser regiert wurde und das Automobil noch nicht erfunden war – wurden in einem Laden an der Friedrichstraße, in unmittelbarer Nähe von Metropol-Theater und Wintergarten, bereits Trickkarten, Zylinderhüte und Zauberstäbe verkauft.

Nach dem Krieg zog das Geschäft 1952 aus dem Ostteil der Stadt an die Hermannstraße. Der kleine Laden hier aber war nie für die Ewigkeit gedacht – und hielt sich als Treffpunkt für Magie und Illusion doch viel länger als geplant. In 66 Jahren entwickelte sich der „Zauberkönig“ in seiner neuen Heimat zu einem Berliner Klassiker. In dem Geschäft hingen Tiermasken aus Gummi, es gab künstliche Tentakel und jede Menge Kostüme zu kaufen.

Eine Zeit lang betrieb der bekannte Berliner Illusionist Günter Klepke den Laden – der Großvater von Karen German. Seit knapp sieben Jahren führt nun seine Enkelin gemeinsam mit Kirsi Hinze das Geschäft. Und hat es modernisiert. Zwar hatte der Laden an der Hermannstraße sich den Charme eines verwinkelten, magischen Zauberortes erhalten. Aber es gibt mittlerweile eben auch eine Facebook-Seite und einen Onlineshop. Hier gibt es nach der Neueröffnung dann auch wieder neben klassischem Zaubereizubehör Scherzartikel, Süßigkeiten und Bücher zu kaufen.

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