Kriminalität

Freunde der Toten aus Neukölln sammeln Geld für Beerdigung

Die 25-jährige Polin wurde durch einen Kopfschuss getötet. Nun wenden sich die Freunde an die Öffentlichkeit.

Ermittler suchen am Tatort nach Spuren.

Ermittler suchen am Tatort nach Spuren.

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Bekannte der am 27. Dezember an der Oderstraße in Neukölln getöteten Frau haben sich an die Öffentlichkeit gewandt. Auf der Internetseite Leetchi haben sie unter dem Titel „Beerdigung für Wicky“ mehrere Bilder der Toten und einen emotionalen Text veröffentlicht. Die Bilder zeigen die junge Polin an einem bekannten Geschäft an der Hermannstraße in Neukölln, mit mehreren Freunden vor Sehenswürdigkeiten und mit einem Hund.

Darunter stehen die Zeilen: „Wir sind geschockt über den Tod von Wicky. Das Jahr ging ohne sie zu Ende ... An Silvester wäre sie 26 Jahre alt geworden.“ Die Freunde der jungen Polin schreiben, dass sie Geld für die Beerdigung sammeln und der Mutter geben wollen. „Wenn ein Termin für die Beerdigung feststeht, werden wir den posten, damit ihr alle kommen könnt und der Welt und dem Verbrecher zeigen könnt, was für ein besonderer Mensch Wicky war“, heißt es auf der Internetseite weiter.

In einem anderen Eintrag auf Facebook schreibt die Freundin, Kessrin B., unter Fotos, die ebenfalls die Getötete zeigen: „Ruhe in Frieden kleiner Stern. Du warst so ein fröhlicher Mensch. Wir haben viele Monate zusammengelebt. Du hast einen in schweren Zeiten zum Lachen gebracht.“ Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost schreibt Kessrin B., dass sie gerade im Kontakt mit der Mutter von Wicky stehe, um den weiteren Ablauf zu klären.

Die 25-Jährige wurde am 27. Dezember durch einen Kopfschuss getötet. Die Tat ereignete sich an der Zufahrt zu einem kleinen Industriegebiet an der Oderstraße. In der Nähe liegen das Tempelhofer Feld, eine Kleingartenanlage und ein Sportplatz. Bereits eine knappe Woche nach der Tat konnte die Staatsanwaltschaft zwei Verdächtige (29 und 39) festnehmen. Bei dem 29-Jährigen handelt es sich um den Ex-Freund der Polin. Die beiden mutmaßlichen Täter sind geständig und sitzen in Untersuchungshaft. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Polizisten zudem die mutmaßliche Tatwaffe. Laut Staatsanwaltschaft erfolgte die Tat offenbar aus nichtigem Anlass. Worin dieser Anlass bestand, ist weiterhin unklar. Die Ermittler gehen unter anderem möglichen Verbindungen ins Drogenmilieu nach.

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