Ein Traum in Weiß

Hochzeitsmesse: Hier können Sie Ihr Traumkleid anprobieren

Rund 200 Aussteller präsentieren sich mit Modenschauen. In den meisten Fällen dürfen Besucher die Kleider oder Anzüge anprobieren.

Tief dekolletiert und mit Schleier:  Auf dem Laufsteg wird die Brautmode vorgestellt.

Tief dekolletiert und mit Schleier: Auf dem Laufsteg wird die Brautmode vorgestellt.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Drei Kutschen stehen vor dem Eingang zur Hochzeitsmesse. In der großen Halle des Estrel Convention Center in Neukölln fallen als Erstes die weißen Brautkleider auf. Sie sind mit Rüschen und Borten versehen, mit Strasssteinen und Diamanten besetzt, lang und schmal geschnitten, oder gebauscht von einem Reifrock. An anderen Ständen sieht man Ringe und Diademe funkeln. Anzüge für den Bräutigam reihen sich auf Stangen aneinander. Floristen, Fotografen, Tanzlehrer und DJs bieten ihre Dienste an. Etwa 200 Aussteller präsentieren sich an diesem Wochenende.

Auf einer Fläche von etwa 12.000 Quadratmetern zeigen sie ihre Produkte und Angebote. In den meisten Fällen dürfen Besucher die ausgestellten Kleider oder Anzüge anprobieren. Wer heiraten will, kann sich auf dieser Messe auf das wichtige Ereignis einstimmen, die Vielfalt der Möglichkeiten erkunden – und vielleicht schon eine Auswahl treffen. Auch für den Ort der großen Feier: Soll es ein vornehmes Schloss sein, eine alte Villa oder ein Salonschiff? Angehende Brautpaare stehen bei fast jedem Punkt auf ihrer Planungsliste vor der Qual der Wahl.

Mit einem Coach das Gehen auf hohen Absätzen lernen

Hilfe und Orientierung geben die Mitarbeiter an den Ständen, aber auch zahlreiche Workshops, Talks und Modenschauen. Da zeigen Models auf der Bühne die Vielfalt bei der großen Brautmodenschau, der Abendmodenschau, der Vintage Wedding Modenschau und der Exklusiv-Designermodenschau. Außerdem gibt es Gespräche mit Experten der Hochzeitsbranche. Dafür ist ein Talk-Sofa im Foyer aufgebaut. Der Fotograf Jörg Unkel spricht über „Momente, die gesehen und festgehalten werden wollen“. Vieles ist zu planen und zu bedenken für den schönsten Tag des Lebens. Tipps zur „Hochzeit von A bis Z“ gibt deshalb Amanda Szulz. Auch die Hochzeitstorte und die Flitterwochen sind Gegenstand dieser Expertengespräche.

Wichtigen Themen widmen sich auch die Workshops auf der Hochzeitsmesse. Zur ungewohnten Herausforderung für die Braut können die hohen Absätze werden. Wer möchte schon stolpern auf dem Weg in die Ehe? Coach Vanessa del Rae verrät Tricks und bietet ein High-Heels-Training an. Wie die Braut perfekt geschminkt und frisiert wird, zeigt Visagistin Gabriela Herzig, die auch eine Typberatung anbietet. Ein weiterer Workshop beschäftigt sich mit der Hochzeitsdekoration.

Zu den Besuchern der Hochzeitsmesse gehörten am Sonnabend auch zwei junge Lichtenberger. Jessica Lynn C. und Peter S. wollen im Sommer des nächsten Jahres heiraten. Auf der Hochzeitsmesse suchten sie zuerst den ökumenischen Stand auf. Denn der 32-jährige Peter S. ist katholisch, seine Zukünftige, die 26-jährige Jessica Lynn C., dagegen evangelisch. Welche Bedingungen müssen sie für eine kirchliche Trauung erfüllen? Mit ihren Fragen wandten sich die beiden an Kaplan Bernhard Holl. „Es sind gar nicht so viele Voraussetzungen, wie ich gedacht hatte“, so Peter S. nach dem Gespräch. Er habe im Internet nachgeschaut und unterschiedliche Aussagen gefunden. Doch Kaplan Holl gab die klare Antwort: Die Taufe reicht aus.

„Wir wollten erst mal das Wichtigste klären, und dann das andere, das Bunte auf der Messe angucken“, so der junge Lichtenberger S. Warum sie kirchlich heiraten wollen? „Weil auch die ganze Familie immer kirchlich geheiratet hat. Wir sind so groß geworden.“ Es sei so ein Gefühl, sagt der junge Mann. „Nichts, was man erklären muss.“

Zum Ausprobieren und für ein Foto setzten sich die beiden jungen Leute auf die Kirchenstühle am ökumenischen Stand. Dort ist eine Traukapelle nachgebildet, mit Altartisch, Kerzen, Kreuz, Efeuranken und Rosen. Den Rahmen bilden Fotos der Fensterbilder aus der Kapelle Mater Dolorosa in Prenzlauer Berg.

Ein Glücksrad hilft bei der Suche nach dem Trauspruch

Auch die evangelische Kirche ist vertreten, mit Pfarrerin Michaela Fröhling. Der ökumenische Stand sei eine gute Tradition der Hochzeitsmesse, sagt die Geistliche. Gebühren müssten die Kirchen nicht dafür bezahlen. „Wir sind als Sachverständige eingeladen, um die Besucher zu beraten und ihre Fragen zu beantworten.“ Neu in diesem Jahr ist das Glücksrad am ökumenischen Stand. Das Paar, das daran dreht, kann sich einen Segensspruch für den gemeinsamen Lebensweg aussuchen.

Der Trauspruch ist ein Vers aus der Bibel. Eher eine evangelische Tradition, sagt Kaplan Holl. Doch er spiele zunehmend auch bei katholischen Trauungen eine Rolle. Die Ringe zu segnen ist dagegen Brauch in der katholischen Trauung. „Eine sehr anrührende Zeremonie“, so Pfarrerin Fröhlich. Bei einer ökumenischen Trauung segne sie jedoch diejenigen, die die Ringe tragen. „Ich finde es sehr schön, verschiedene Traditionen voneinander kennenzulernen. Und zu gucken – welche Rituale passen für welche Paare?“

Die kirchliche Trauung sei kostenlos, so die Theologin. Voraussetzung ist, dass das Brautpaar oder einer von beiden getauft ist und der Kirche angehört. „Einige Kirchen erheben noch eine kleine Gebühr“, so die Pfarrerin, „etwa für das Orgelspiel.“

Hochzeitswelt, Estrel Convention Center, Sonnenallee 225, Neukölln, 6.Januar, 10–18 Uhr. Tagesticket: 14 Euro, ab 16 Uhr 7 Euro. Kinder bis 16 Jahre frei. Anmeldung für Workshops und Modenschauen nicht erforderlich. Info unter www.hochzeitsmesse-estrel.de

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