Polizei-Statistik

Neukölln ist deutlich sicherer geworden

Berliner Kriminalitätsatlas zeigt: Zu den besonders gefährlichen Orten zählt die Bezirksregion Tegel-Süd/Flughafensee.

Die Zahl der Straftaten in Neukölln sinkt das dritte Jahr in Folge.

Die Zahl der Straftaten in Neukölln sinkt das dritte Jahr in Folge.

Foto: imago stock / imago/Olaf Selchow

Berlin. Es ist die Polizei-Statistik, auf die in Berlin alle schauen. Beim Kriminalitätsatlas kann jeder sehen, wie sicher oder unsicher sein Wohngebiet ist. In diesem Jahr wurden die Daten auf der Internetseite www.kriminalitaetsatlas.berlin.de zum ersten Mal in einer interaktiven Karte veröffentlicht. Wer sich durch die 138 Bezirksregionen klickt, trifft auf die ein oder andere Überraschung:

So sinkt die Zahl der Straftaten in Neukölln das dritte Jahr in Folge. Der Stadtteil, der deutschlandweit oft in einem Atemzug mit Staatsversagen genannt wird, liegt mit einer Häufigkeitszahl von 12.937 Straftaten pro 100.000 Einwohner nur noch auf dem vierten Platz der Statistik. Gefährlicher ist es in Mitte (25.864), Friedrichshain-Kreuzberg (19.460) und Charlottenburg-Wilmersdorf (15.767). Wie in den Vorjahren auch, ist das Risiko im Regierungsviertel, am Kurfürstendamm und rund um den Alexanderplatz am größten, Opfer einer Straftat zu werden. Neben den vielen Touristen, die sich im Regierungsviertel, am Kurfürstendamm und dem Alexanderplatz aufhalten, befinden sich dort auch viele Geschäfte und Büros. Das ist entscheidend – denn bei fast der Hälfte aller erfassten Taten handelt es sich um Diebstähle.

Legt man die Häufigkeitszahlen nebeneinander, taucht in der Statistik der besonders gefährlichen Regionen plötzlich auch die Bezirksregion Tegel-Süd/Flughafensee auf, die mit einer Häufigkeitszahl von 33.868 deutlich unsicherer ist als Reinickendorf mit einer Häufigkeitszahl von 11.456. Auch hier kann dieser Unterschied wieder mit einem Publikumsmagnet erklärt werden: Der Flughafen in Tegel mit seinen vielen Reisenden und den zahlreichen Geschäften bietet jede Menge Tatgelegenheiten für Diebe. Auffällig ist, dass die Zahlen in Tegel-Süd/Flughafensee hier ebenfalls das vierte Jahr in Folge gestiegen sind.

Durch die detaillierten Zahlen rücken auch Regionen in den Fokus, die bislang in der Öffentlichkeit nicht als gefährliche Orte wahrgenommen wurden. So liegt bei den Kieztaten, also jenen Delikten, bei denen ein enger räumlicher Bezug zwischen Tatort und Wohnort des Täters besteht, das eher beschauliche Buch im Norden Berlins mit 2648 Taten im oberen Drittel der Statistik – in einer Liga mit Moabit-West und Wedding-Zentrum.

Ähnliche Besonderheiten gibt es bei den einzelnen Deliktsgruppen. So liegen bei den Sachbeschädigungen durch Graffiti Grünau und Niederschöneweide etwa deutlich vor dem Regierungsviertel. Betrachtet man die gefährlichen und schweren Körperverletzungen, führt der Kurfürstendamm mit 1296 die Statistik deutlich vor Tiergarten Süd mit 1005 Delikten an. Besonders alarmierend: Nachdem die Zahlen hier vier Jahre lang gefallen waren, ging es im Jahr 2017 erstmalig wieder nach oben.

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