"Re-use"

Ein zweites Leben für das Keyboard

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Nina Kugler
Mit Lastenrädern wurden gebrauchte Dinge von zu Hause abgeholt.

Mit Lastenrädern wurden gebrauchte Dinge von zu Hause abgeholt.

Foto: Velogista

Bei der Aktion "Re-use" wurden mehr als 60 Kubikmeter Gebrauchtwaren eingesammelt. Nun werden sie in Neukölln verkauft.

Berlin. Ein Keyboard, ein Kinderfahrrad, ein Paar Skier oder Schmuck und Kleinmöbel - das und noch viel mehr wurde in der vergangenen Woche in Nord-Neukölln eingesammelt. Drei Fahrradfahrer waren mit Lastenrädern von Donnerstag bis Sonnabend dafür im Rahmen des "Re-use Berlin"-Projekts unterwegs. Bestellt worden waren sie von Neuköllnern, die entrümpeln wollten.

"Re-Use Berlin" ist eine Initiative der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die den Gebrauchtwarenmarkt in Berlin attraktiver machen und eine nachhaltige Bewegung für mehr Wiederverwendung und weniger Abfall anregen möchte. Wohnungsauflösung oder Ausmisten? Abgegeben werden konnten "gut erhaltene Gebrauchtwaren" wie Kleinstmöbel, Elektrogeräte, Bücher, CDs, DVDs, Textilien und Spielzeug - und "alles außer Sperrmüll".

60 Kubikmeter Gebrauchtwaren eingesammelt

Hintergrund des Pilotprojekts: Berlin möchte zur "Zero Waste City" werden. Also zu einer Stadt, die möglichst wenig eigenen Müll produziert. "Re-use Berlin" läuft bereits seit dem 15. Oktober. Neben der Abholung von alten Gebrauchsgegenständen durch Lastenräder in der vergangenen Woche in Neukölln konnten Berliner ihre gebrauchten Sachen auch auf verschiedenen Wochenmärkten abgeben.

"Dabei sind nach erster Schätzung insgesamt über 60 Kubikmeter Gebrauchtwaren eingesammelt worden", sagt Dorothee Winden, stellvertretende Pressesprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Aber: "Eine genaue Menge, wie viel in den drei Tagen mit dem Lastenrad abgeholt wurden, können wir noch nicht nennen, da die Aktion erst Freitagabend abgeschlossen wurde."

Gesammeltes wird nun in Pop-up-store verkauft

Die eingesammelten Gegenstände wurden übrigens in das CRCLR-Haus in der Rollbergstraße 26 gebracht, wo sie zwischen dem 30. November bis 16. Dezember jeweils freitags bis sonntags in einem Pop-up-Store verkauft werden. Der Erlös soll vollständig an Zero-Waste-Projekte gehen. Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos) freut sich: „Die Initiative Re-Use wird eine Win-Win-Situation. Menschen werden preiswert einkaufen können, die Umwelt und das Klima geschützt. Soziales und Ökologie gehen Hand in Hand.“

In Berlin sind in 2016 rund 150.000 Tonnen Sperrmüll sowie Elektro- und Elektronikaltgeräte aus Privathaushalten zur Entsorgung angefallen. Viele der weggeworfenen Dinge sind jedoch noch brauchbar oder können repariert und wiederverwendet werden, heißt es aus der Umweltsenatsverwaltung.