Wegen des Wetters

Dieser Radweg in Neukölln endet im Nirgendwo

Die Radwegmarkierung an der Werbellinstraße endet mitten auf der Fahrbahn. Was ist da los? Anruf beim Bezirksamt.

Der unfertige Fahrradweg in der Werbellinstraße.

Der unfertige Fahrradweg in der Werbellinstraße.

Foto: Nina Kugler

Neukölln. Berlin hat einen neuen absurden Radweg. Nach dem Zickzack-Radweg in Zehlendorf, der diesen Sommer die Berliner zum Lachen brachte, hat es nun Neukölln erwischt. Ist etwa die grüne Farbe ausgegangen? In der Werbellinstraße, die die Hermannstraße mit der Karl-Marx-Straße verbindet, endet der Radweg jedenfalls plötzlich und unvermittelt mitten auf der Fahrbahn. Und das, obwohl dieser Fahrradweg eigentlich ein Vorzeigeprojekt sein soll. Er ist einer von insgesamt 20 grün beschichteten Radwegen, die bis 2019 in ganz Berlin fertig gestellt werden. Sie sollen die Radwege für alle Verkehrsteilnehmer sichtbarer machen und so die Sicherheit der Fahrradfahrer erhöhen.

Doch in Neukölln endet die Sicherheit der Fahrradfahrer auf Höhe der Mainzer Straße. Noch einzelne Pinselstriche wurden auf dem Fahrradweg gemalt,doch dann endet die Grünbeschichtung ganz. Die Weißmarkierung allerdings reicht bis zur Hermannstraße.

"Mit der Grünmarkierung wurde durch die beauftragte Firma am 10. Oktober 2018 begonnen. Die Beschichtungsarbeiten mussten zwischenzeitlich witterungsbedingt (Regen) eingestellt werden", teilt Christian Berg, Pressesprecher des Bezirksbürgermeisters, auf Anfrage mit. Weshalb allerdings in einem der niederschlagsärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erst ein Monat nach Beginn der Arbeiten weiter gemacht wird, konnte das Bezirksamt nicht mitteilen. Immerhin: "In der kommenden Woche geht es mit der Grünbeschichtung weiter", so Berg weiter.

Die Grünbeschichtungen sind Versuchsabschnitte, die über fünf Jahre erprobt und wissenschaftlich ausgewertet werden. Dabei wird untersucht, ob und wie die Grünmarkierungen das Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden beeinflussen. Zudem werden die unterschiedlichen Materialien für den Belag auf ihre langfristige Griffigkeit und Haltbarkeit untersucht. Die Rutschfestigkeit etwa wird direkt nach Abschluss der Baumaßnahme geprüft.

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