Schüsse auf Nidal R.

Berliner Senatsverwaltungen planen Anti-Clan-Gipfel

Die tödlichen Schüsse auf Nidal R. beschäftigen gleich mehrere Verwaltungen. Experten wollen über das Vorgehen gegen Clans beraten.

Berlin. Nach den Auseinandersetzungen im Clan-Milieu in den vergangenen Wochen und den tödlichen Schüssen am Rande des Tempelhofer Feldes am Sonntag planen mehrere Berliner Senatsverwaltungen einen Gipfel zur Organisierten Kriminalität. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Senatskreisen.

Auf dem Gipfel wollen Experten aus der Innen-, der Justiz- und der Finanzverwaltung ihr weiteres Vorgehen abstimmen. Besprochen werden soll beispielsweise wie man künftig stärker ressortübergreifend mit dem Thema Clan-Kriminalität, etwa beim Einziehen von durch Straftaten erworbenes Vermögen, umgehen wird.

Nidal R. war am Sonntagabend in Neukölln vor den Augen seiner Familie niedergeschossen worden. Auf den 36-Jährigen war aus einer Gruppe heraus achtmal gefeuert worden, er starb wenig später im Krankenhaus. Vor der Klinik in Steglitz hatte sich eine aufgebrachte Menge versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Bislang sei kein Verdächtiger gefasst worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Sicherheitsexperten befürchten indes eine Eskalation der Gewalt zwischen kriminellen Mitgliedern arabischer Großfamilien. Die Leiche des 36-Jährigen wurde am Dienstag nach der Obduktion freigegeben. Am Donnerstag soll Nidal R. auf dem Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof am Werdauer Weg in Schöneberg beigesetzt werden. Die Polizei wird präsent sein, rechnet laut Polizeisprecher Thomas Neuendorf aber nicht mit gewalttätigen Auseinandersetzungen. Vielmehr sollten die vermutlich zahlreichen Trauergäste abgeschirmt werden. Auch der Verkehr müsse geregelt werden. Es werde eine Menschenmenge erwartet.

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