Neuköllner Institution

Bericht: Musikhaus Bading will im Sommer wieder öffnen

Das Musikhaus Bading brannte in der Silvesternacht aus. Die Betreiberinnen geben sich kämpferisch und wollen nun doch weitermachen.

Ingrid Eckert (links) und Liane Bading im Musikhaus Bading

Ingrid Eckert (links) und Liane Bading im Musikhaus Bading

Foto: Reto Klar

Der Start ins 100. Jahr des Bestehens begann für das Neuköllner Musikhaus Bading in der Silvesternacht mit einer Katastrophe. Ein Feuer zerstörte große Teile der Verkaufsräume. Feiernde hatten Feuerwerkskörper in Tür und Fenster des Ladengeschäfts an der Karl-Marx-Straße 186 geworfen. Die Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Der Familienbetrieb erlebte in der Folge eine beispiellose Welle der Solidarität. Anwohner und Kunden klebten Zettel mit aufmunternden Botschaften an die Eingangstür, brachten Blumen. Auch Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) schaute vorbei und traf sich mit Mitgliedern der Familie Bading.

Wie der RBB berichtet, hat sich die Inhaberfamilie nun entschieden, das Musikhaus nicht aufzugeben, sondern noch dieses Jahr wieder zu eröffnen. Die berlinweite Anteilnahme habe dabei eine große Rolle gespielt, sagte die Tochter der Betreiberin dem Sender. Als Termin werde der Spätsommer angepeilt.

Franziska Giffey zeigte sich auf ihrer Facebook-Seite hocherfreut über die Entscheidung. „Die Familie will es alleine schaffen, ohne Spendenaktion. Wir sind an ihrer Seite und wenn noch Unterstützung benötigt wird, bin ich gerne dazu bereit, schrieb Giffey.

Das Musikhaus hat Fans weit über Neukölln hinaus. Zu den berühmtesten gehört der Sänger Frank Zander, der direkt gegenüber aufwuchs, einst seine erste Gitarre bei den Badings kaufte – und seine erste Single persönlich zum Verkauf vorbeibrachte, den Song „Erna“. Auch wenn Zander nicht mehr hier wohnt, schaute er in den vergangenen Jahren ab und zu vorbei.

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