Prozess

Café-Mitarbeiterin vergewaltigt: Angeklagter schweigt

Der 34-Jährige soll die Frau in Neukölln mit einer Flasche geschlagen und anschließend vergewaltigt haben. Vor Gericht schweigt er.

Eingang zum Kriminalgericht Moabit

Eingang zum Kriminalgericht Moabit

Foto: Jens Kalaene / dpa

Nach einem brutalen Angriff auf eine 48-jährige Frau in einem Café in Neukölln vor neun Monaten hat der mutmaßliche Vergewaltiger vor dem Landgericht geschwiegen. Der 34-Jährige soll die Mitarbeiterin mit Glasflaschen geschlagen, in einen Lagerraum gezerrt und vergewaltigt haben. Das Opfer wurde erheblich verletzt. Sie könne bis heute nicht arbeiten, sagte die Frau zur Prozessbeginn am Freitag.

Der Angeklagte soll als letzter Gast in dem Lokal gewesen sein. Die Frau habe sauber gemacht, als sie mit einer Glasflasche attackiert wurde. „Anschließend schlug er der Geschädigten ins Gesicht und würgte sie mehrfach für einige Sekunden“, heißt es in der Anklage. Weil sich die Café-Mitarbeiterin wehrte, habe er sie durch weitere Schläge mit Flaschen gegen den Kopf verletzt. Er habe die Geschädigte in einen Lagerraum gedrängt und vergewaltigt.

Die 48-Jährige sagte, sie habe sich mit aller Kraft gewehrt. „Es gab einen richtigen Kampf.“ Immer wieder habe er zugeschlagen. „Ich lag dann am Boden, blutete am Kopf, meine Beine waren zerschnitten von den Scherben.“ Bis heute leide sich körperlich und psychisch unter den Folgen des Überfalls.

Die Polizei hatte zwei Wochen nach der Gewalttat mit Bildern aus einer Überwachungskamera nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger gesucht. Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben in einem Flüchtlingsheim in Sachsen gemeldet war, wurde im Sommer im Frankreich festgenommen. Der Prozess wird am 15. November fortgesetzt.