Berlin

Kind mit Bierflasche beworfen: Bewährungsstrafe für Rentner

Der Angeklagte hatte erklärt, er habe den Jungen nicht verletzen wollen. Der Schüler erlitt eine schwere Schnittwunde.

Foto: Uli Deck / dpa

Nach dem Flaschenwurf auf einen Achtjährigen wurde der Täter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Rentner hatte eine Bierflasche vom Balkon seiner Wohnung geworfen und einen Jungen verletzt. Er ist zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Kind sei durch umherfliegende Scherben am Fuß getroffen worden, begründete das Amtsgericht Tiergarten das Urteil am Donnerstag. Der 69-Jährige habe sich der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht. Der Angeklagte hatte erklärt, er habe den Jungen nicht verletzen wollen. Er sei betrunken gewesen und habe die Bierflasche fallen lassen.

Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass der Angeklagte die Flasche bei der Tat im Stadtteil Neukölln im August 2015 "gezielt nach dem Kind" geworfen habe. Der damals Achtjährige habe sich mit Freunden vor dem Mehrfamilienhaus des Angeklagten aufgehalten. "Er wollte nicht, dass die Kinder vor seinem Balkon laut spielen", sagte die Anklägerin in ihrem Plädoyer.

Der Schüler erlitt eine Schnittwunde, die mit 13 Stichen genäht werden musste. Im weiteren Verlauf sei es zu einer Wundinfektion und weiteren Krankenhausaufenthalten gekommen. Die Richterin sagte, auch wenn der Rentner die Falsche fallen ließ, "musste er damit rechnen, dass etwas passiert". Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

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