Berlin

Museum Neukölln will EM 2016 archivieren

Gesammelt werden Fanartikel, die eine Geschichte erzählen

Das Museum Neukölln hat einen ungewöhnlichen Aufruf gestartet: Neuköllner werden darum gebeten, Fanartikel, Dokumente und Fotos der Fußball-EM 2016 abzugeben. Die Berliner Morgenpost hat bei der Sammlungsleiterin Julia Dilger nachgefragt, wie es zu dieser Aktion kam.

Warum sammeln Sie Fanartikel der EM 2016?

Julia Dilger: Aufgabe eines Museums ist es auch, die gegenwärtige Kultur zu dokumentieren. Dazu gehört auch die Fußballeuropameisterschaft 2016. Bei einem Gang durch die Karl-Marx-Straße sieht man unter anderem deutsche, türkische, albanische, kroatische und polnische Flaggen. Diese Begeisterung der Neuköllner Fußballfans möchten wir festhalten.

Was soll mit der Sammlung in Zukunft passieren?

Erst einmal wird sie archiviert werden. Und es kann sein, dass in einigen Jahren eine Ausstellung mit Erinnerungen an die EM 2016 stattfindet. Ansonsten haben Besucher auch jetzt schon die Möglichkeit, sich das Archiv nach Anmeldung anzuschauen.

Kann jedes beliebige Fanshirt bei Ihnen abgegeben werden oder muss es bestimmte Auflagen erfüllen?

Wichtig ist, das sich hinter den Dingen eine Geschichte verbirgt. Das kann zum Beispiel ein Fan sein, der die Liebe seines Lebens kennengelernt hat, als er das Trikot trug. Außerdem sollte es einen Bezug zu Neukölln geben.

Sind bereits Artikel bei Ihnen abgegeben worden?

Unser erster Gegenstand im Inventar ist eine Rewe-Sammelkarte von dem Spieler Antonio Rüdiger. Als Jugendlicher spielte er in diversen Neuköllner Fußballvereinen und war in diesem Jahr für den EM-Kader nominiert – bis er sich verletzte.

Kontakt: julia.dilger@museum-neukoelln.de oder telefonisch unter 627277725.