Neukölln

In Berlins erstem Katzen-Café schnurren Pelle und Caruso

In „Pee Pee’s Katzencafé“ an der Thomasstraße in Berlin-Neukölln können Gäste gleichzeitig Kaffee trinken und Katzen streicheln. Die tierischen Gastgeber hören auf die Namen Pelle und Caruso.

Andere Katzen würden sich sofort verkriechen, wenn ein Fremder durch die Tür kommt. Nicht so Pelle und Caruso. Die beiden zierlichen Kater reagieren gelassen, wenn Besucher kommen. Sie sind offenbar echte Profis, nehmen ihren Job als Gesellschafter und Entertainer ernst.

Am Donnerstag hat in der Neuköllner Thomasstraße 53 Berlins erstes Café für Katzenfreunde und -liebhaber eröffnet.

An diesem ersten Tag kommen ständig Menschen herein, überreichen der stolzen Betreiberin von „PeePee’s Katzencafé“ zur Eröffnung Blumen. Und Andrea Kollmorgen zeigt lachend das liebevoll eingerichtete Café: Weiß lackierte Möbel, ein großer Lehnstuhl in einer Ecke, Kratzbaum-Landschaften, Bilder mit Katzen-Motiven und mittendrin spielen Pelle und Caruso miteinander. Hier können Katzenliebhaber einen Kaffee genießen und gleichzeitig einen der beiden streicheln.

Clou des neuen Cafés: Es hat eine Art Katzen-Séparée, denn es gibt für die Vierbeiner einen eigenen Rückzugsraum. Damit nicht genug, wird den Katzen auch ein Kratzbaum und eine Empore geboten. Eine zweite, etwa hüfthohe Schwingtür vor dem Eingang verhindert, dass die etwa ein Dreiviertel Jahr alten Tiere auf die Straße gelangen können. Füttern durch die Gäste ist verboten.

Die Idee entstand in Japan. 2012 wurde dann das erste Katzencafè Europas in Wien von einer Japanerin eröffnet. Als in den Medien über dieses Lokal berichtet wurde, beschloss die gebürtige Rostockerin Kollmann ein solches Café nach Neukölln zu bringen: „Der Bezirk ist so innovativ. Eine neue Art von Kaffeehaus kann es gut vertragen!“

Die vielen Bekannten, die am Tag der Eröffnung im Café sind begeistert. „Mich hat der Entstehungsprozess sehr beeindruckt. Da war so viel Liebe fürs Detail dabei,“ sagt Sibylle Ohly. Geöffnet ist montags bis freitags von 11 bis 19 Uhr und sonnabends von 11 bis 22 Uhr.

Therapeutische Wirkung

Das Konzept hat auch einen therapeutischen Hintergrund. „Sich mit Katzen zu beschäftigen hat eine heilsame Wirkung. Es senkt den Blutdruck und hilft, leichte Depressionen und Verstimmungen verschwinden zu lassen“, sagt Kollmorgen.

Die Haltung der beiden Katzen wurde ihr durch den Amtstierarzt genehmigt. „Ich bin jetzt staatlich genehmigte Katzenmami“, sagt die 48-Jährige lachend.

Neben hausgemachten Speisen, hausgemachten Kuchen (z.B. Kater-Frühstück für 4,50 Euro) und dem Spiel mit den Samtpfoten bietet „Pee Pee’s Katzencafè“ an Sonnabend auch Live-Musik und Literaturlesungen. Lokale Künstler werden hier in erster Linie Soul und Blues spielen. Allerdings in einer für die empfindlichen Katzenohren angenehmen Lautstärke. In den Lesungen wird der Themenschwerpunkt bei Katzen liegen.

Einbruch noch vor Eröffnung

Eine unangenehme Überraschung erlebte Andrea Kollmorgen allerdings kurz vor der Eröffnung in der vergangenen Woche: Die Eingangstür stand morgens sperrangelweit offen, die Schubläden im Geschäft waren herausgerissen geworden und die Katzen saßen vor dem Café auf der Straße. „Es wäre ein Albtraum gewesen, wenn die Katzen weg gewesen wären. Aber zum Glück haben sie sich schon so sehr an ihr neues Zuhause gewöhnt,“ sagt Kollmorgen. Gestohlen wurde auch nichts.

Auf Facebook sind noch mehr Fotos von Pelle und Caruso zu sehen.

Die Idee einer Katzen-Begegnungsstätte ist in Berlin nicht ganz neu. Ein zusätzliches Katzen-Café mit erweitertem Konzept unter dem Namen „Felidae“ ist bereits in Planung.

Es sei als Mischung aus Galerie, Entspannungs-Oase und einer Katzen-Wohngemeinschaft geplant. Die Katzen sollen aus dem Tierheim kommen, so Initiatorin Nini Gollong. Im September möchten die Gründer um die Dekorateurin bekannt geben, wann und wo es eröffnet werden soll.

Den Tieren im „Felidae“ soll es nach den Worten von Nini Gollong in der Café-WG besser gehen als im Tierheim. Wie viele Katzen durch das Lokal später stromern werden, sei bislang aber noch nicht geklärt.

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