Straßenanbindung

In 25 Minuten vom Kudamm nach Schönefeld

Die Straßenanbindung zum künftigen Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld wird voraussichtlich rund 700 Millionen Euro kosten. Sie sollen rechtzeitig zur Eröffnung von BBI 2011 fertig sein. Eine Fahrt vom Kudamm nach Schönefeld soll dann nur 25 Minuten dauern.

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Rund 700 Millionen Euro sollen die Straßenanbindung zum künftigen Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld voraussichtlich kosten. Drei Jahre vor der geplanten Fertigstellung des neuen Airports hat das Infrastrukturministerium in Potsdam damit erstmals die Gesamtinvestitionssumme benannt. „Wir sind voll im Zeitplan und gehen davon aus, dass die Straßen rechtzeitig zur geplanten Eröffnung des BBI 2011 ausgebaut sein werden“, sagte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) Morgenpost Online.


Experten prognostizieren, dass die Fahrt vom Kudamm zum neuen Airport dann nur noch etwa 25 Minuten dauern werde. Von Potsdam aus reiche es, mit dem Auto 30 bis 40 Minuten auf der Landstraße einzuplanen. Die Strecke Cottbus–Schönefeld sei über die Autobahn A13 in etwa einer Stunde zu schaffen, von Frankfurt (O.) aus sei man über die A12 sogar in 45 Minuten am Ziel.


Wer in der fernen Prignitz wohnt, hat vermutlich auch weiterhin die „Qual der Wahl“ zwischen den Flughäfen Berlin und Hamburg. Der Weg in die Hauptstadt soll durch den Umbau des stark befahrenen Dreiecks Nuthetal von 2010 an aber deutlich schneller und sicherer werden. Massiv ausgebaut werden soll auch die älteste Autobahn in Brandenburg, die A11, womit auch die Uckermark eine bessere Anbindung nach Berlin erhält.


Die wichtigsten Ausbauprojekte im Zusammenhang mit dem BBI im Überblick:


– Bereits für Mai dieses Jahres ist die Fertigstellung der sechsstreifigen Autobahn113 geplant. Dann soll die letzte, etwa 650 Meter kurze Lücke über der bisherigen Nordbahn des Flughafens geschlossen werden. Die neue Autobahn, die an das Flughafengelände heranreicht, verbindet den Berliner Stadtring A100 im Südosten Berlins mit dem Schönefelder Kreuz am südlichen Berliner Ring. In Berlin verschlang der Ausbau der A113 mehr als 400 Millionen Euro. Die Baukosten auf dem Gebiet Brandenburgs belaufen sich auf rund 110 Millionen Euro.


– Die Bundesstraße 96a wurde bereits vierstreifig verbreitert und im September für den Verkehr freigegeben. Sie führt von der B96 bei Mahlow unter Umgehung von Waßmannsdorf nach Schönefeld und schließlich über die A113 zum Flughafen. Gekostet hat diese Anbindung rund 11,7 Millionen Euro. Die Bundesstraße 96 von der Landesgrenze Berlin-Brandenburg bis zum Berliner Ring wurde für 54,6 Millionen Euro ausgebaut. In die Bundesstraße 101 von der Landesgrenze bis Großbeeren flossen 55 Millionen Euro.


– Die Landesstraße L40 über Güterfelde und Stahnsdorf bringt die Potsdamer Richtung BBI. Bei Großbeeren wechselt der Autofahrer auf die B101 und zweigt bei Birkenhain auf die L76 bei Mahlow ab. Geplante Straßenbaukosten: rund 70 Millionen Euro. Auch die Ortsumgehungen Mahlow und Güterfelde sind in der Planung. Für die Ortsumgehung Mahlow soll das Planfeststellungsverfahren in diesem Jahr beginnen, für Güterfelde wird für Frühjahr die Baugenehmigung erwartet.

Gute Erschließbarkeit als Standortvorteil

Die Kosten für die Straßen zum Flughafen verteilen sich auf Bund, Land und EU. Allein in den Ausbau der Landesstraßen fließen nach Auskunft des Ministeriums rund 70 Millionen Euro an Landes- und EU-Mittel.

„Die gute Erschließbarkeit Schönefelds über vorhandene Straßen war einer der wesentlichen Gründe für die Flughafen-Standortentscheidung“, sagte Infrastrukturminister Dellmann. „Die Investitionen sind natürlich nicht nur für den Flughafen allein getätigt worden.“ Von dem Ausbau profitiere die gesamte Region, denn er betreffe eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas auf der Strecke Ruhrgebiet–Hannover–Berlin–Frankfurt (Oder)–Warschau.