Prachtboulevard

Unter den Linden: Mehr als 80 Bäume werden gefällt

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86 Bäume am Boulevard Unter den Linden in Berlin-Mitte sollen gefällt werden.

86 Bäume am Boulevard Unter den Linden in Berlin-Mitte sollen gefällt werden.

Foto: Jörg Krauthöfer

Zu viel Verkehr, zu schlechter Boden: Am Berliner Prachtboulevard Unter den Linden werden etliche Bäume abgeholzt.

Berlin. Entlang Berlins Prachtboulevard Unter den Linden sollen 86 Bäume gefällt werden. Das berichtete der RBB am Sonntagabend. Wie Sara Lühmann, Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung, in dem Bericht sagte, seien die betreffenden Linden in sehr schlechtem Zustand.

Ein Gutachten habe ergeben, dass schlechte Bodenverhältnisse und zu viel Verkehr die Bäume krank gemacht hätten. Die Sprecherin kündigte zugleich an, dass die gefällten Bäume ersetzt werden würden. Und: "Es wird auch mehr gepflanzt, so dass wir am Ende hier 170 Bäume auf dem Mittelstreifen haben werden", so Lühmann. Mit der Abholzung werde im nächsten Jahr begonnen, heißt es in dem RBB-Bericht weiter.

54 Linden entlang des Abschnitts zwischen Charlotten- und Friedrichstraße waren bei den Bauarbeiten für die Verlängerung der U-Bahnlinie U5 bereits abgeholzt worden.

Unter den Linden: Boulevard wird umgebaut - Weniger Platz für Autos

Der Boulevard wird seit dem Herbst 2021 umfassend umgebaut. Zentral bei dem Vorhaben ist die Sanierung und Umverteilung des Straßenraums: Bislang haben sich Busse und Radfahrer eine Spur geteilt, hinzukamen zwei Fahrstreifen für Pkw.

Künftig gibt es jeweils einen Fahrstreifen für Autos, Fahrradfahrende und Busse. Teilweise wird der Bus- und Radverkehr auch durch eine Sperrfläche getrennt.

Bei dem Umbau soll der Raum für den Kfz-Verkehr weiter reduziert werden, Ideen liegen bislang für verschiedene künftige Straßenquerschnitte vor. Dazu gehören eine Erweiterung des Mittelstreifens, breitere Gehwege und zusätzliche Baumreihen. Details zur Art der Pflanzungen wollte die Senatsverkehrsverwaltung in dem aktuellen RBB-Bericht nicht nennen.

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Unter den Linden: Pflanzung von Haselnussbäume wurde diskutiert

Diskutiert worden war in der Vergangenheit darüber, ob es zur Pflanzung neuer Linden kommt, oder ob sie durch andere, die klimatischen Bedingungen besser verträglichen anderen Baumarten ersetzt werden. Aus Sicht der Umweltverwaltung würden sich Haselnussbäume eignen. Ursprünglich hat es Unter den Linden bereits Nussbäume gegeben.

Insgesamt ist die Straße 61 Meter breit, der Mittelstreifen 17,50 Meter, die Gehwege 7,70 Meter und die gemeinsame Bus-/Radspur vier Meter. Der Querschnitt geht auf Planungen aus dem Jahr 1936 zurück, 1950 fand der letzte Umbau statt. 19.000 Fahrzeuge nutzen pro Tag die Straße.

( bee )