Berlin. Noch immer gebe es für die Alte Münze in Berlin-Mitte keinen Überblick über Kosten und Konzept, kritisiert FDP-Abgeordnete Sibylle Meister.
Aus der „Alten Münze“ in Berlins historischer Mitte am Molkenmarkt soll ein dauerhafter Ort für Kunst und Kultur werden. 2018 durch das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen, liegt jedoch bis heute nur ein grobes Konzept für die zukünftige Nutzung vor. Demnach stehen auch die zukünftigen Mieter für die in den 1930er-Jahren gebaute Münzprägefabrik noch nicht fest. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage der FDP-Abgeordneten Sibylle Meister hervor. Sie kritisiert die lange Planungsdauer und befürchtet, dass sich das Land Berlin finanziell mit dem Großprojekt übernimmt.
Derzeit werden allein für den ersten von zwei Bauabschnitten knapp 46 Millionen Euro veranschlagt. Eine Kostenschätzung für den zweiten liegt derzeit noch nicht vor. „Ich halte das für eine Herausforderung“, sagt Sibylle Meister. Sie hält eine gemeinsame Entwicklung mit privaten Investoren für zielführender – auch um die hohen Kosten zu stemmen. „So würde das gesamte Projekt auch schneller vorankommen.“
Mein Berlin-Mitte-Newsletter
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit allen Themen aus Berlin Mitte
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Bauabschnitt eins umfasst die Sanierung und Herrichtung der Kellerflächen, der Hofdecke und des Hauses 3. Dabei werde eine spätere Nutzung als Theater und Gastronomie gleich mitgedacht, wie es in den Antworten auf die Anfrage heißt. Der zweite Bauabschnitt widmet sich Haus 4 und dem geplanten Anbau – Haus 5 soll als Konzert- und Produktionsort genutzt werden.
„House of Jazz“ mit Star-Trompeter Till Brönner
Berlin möchte den historischen Gebäudekomplex zu einem Ort für Akteure und Akteurinnen der Kunst- und Kulturszene machen. Angestrebt wird unter anderem ein Jazz-Zentrum, federführend könnte das „House of Jazz“ von Star-Trompeter Till Brönner mitgestaltet werden. Auch ein Club und ein Konzertsaal waren in der Vergangenheit im Gespräch. Derzeit nutzen mehrere Mieter die Räume zur Zwischenmiete.
Im Moment geht die Berliner Senatskulturverwaltung von acht Jahren aus, die für Planung und Umbau der Alten Münze gebraucht werden. Davon werden knapp zweieinhalb Jahre auf die Bauarbeiten fallen. „Dass für eine Bauzeit von rund zwei Jahren sechs Jahre Planung nötig sind, zeigt die Unfähigkeit des Senats, effizient Konzepte zu erstellen. Der Senat kann nach sechs Jahren Träumerei nicht einmal ein Konzept für das komplette Areal vorlegen“, findet Meister.