Justiz

Berliner AfD-Politiker wegen Körperverletzung angeklagt

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Ein AfD-Bezirkspolitiker aus Mitte muss sich wohl demnächst vor Gericht verantworten (Symbolbild).

Ein AfD-Bezirkspolitiker aus Mitte muss sich wohl demnächst vor Gericht verantworten (Symbolbild).

Foto: Sebastian Willnow / dpa

Ein Mitglied der BVV Mitte soll zwei Frauen rassistisch beleidigt sowie eine der beiden geschlagen und gebissen haben.

Berlin.  Ein Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte muss sich demnächst vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Der AfD-Verordnete Kai Borrmann soll zwei Frauen rassistisch beschimpft haben und ihnen gegenüber handgreiflich geworden sein. Davon geht die Berliner Staatsanwaltschaft aus und hat Anklage wegen Körperverletzung und Beleidigung gegen den 56-Jährigen erhoben.

Zugetragen haben soll sich der Vorfall am Abend des 15. August 2021 im Außenbereich einer Gaststätte auf der Fischerinsel. Dort soll Borrmann zunächst eine und dann beide Frauen entsprechend ihrer Hautfarbe abfällig mit dem sogenannten „N-Wort“ beleidigt haben. Als sie gingen, soll der Bezirkspolitiker den Frauen gefolgt und seine Äußerungen wiederholt haben.

Borrmann räumte gegenüber der Berliner Morgenpost ein, das Wort verwendet zu haben. Er habe es jedoch nicht an die Frauen am Nachbartisch direkt gerichtet, sondern habe sich lediglich in eine Diskussion zwischen beiden eingeschaltet. „Ich habe versucht, zu erläutern, dass es kein Schimpfwort ist“, so Borrmann. „Aber ich muss einräumen, dass das dämlich war.“ Beide seien aggressiv gewesen.

AfD-Mann soll Frau in den Arm gebissen haben

Er sei den Frauen auch nicht gefolgt, sondern man habe den gleichen Heimweg gehabt, so der AfD-Politiker weiter. Dabei habe er nur angeboten, die Diskussion fortzusetzen. Die Staatsanwaltschaft wirft Borrmann vor, einer der Frauen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und sie in den Schwitzkasten genommen zu haben, als diese eine Abwehrbewegung machte. Borrmann wiederum sagt, die Gewalt sei von den Frauen ausgegangen.

Die eine Frau habe ihm eine Ohrfeige gegeben und ihn zu Boden gebracht, die andere habe sich auf ihn draufgesetzt, sagt Borrmann. Dass er, wie von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, eine der beiden gebissen haben soll, räumt er ein. „Sie war sehr kräftig gebaut, lag oder saß auf mir und ich hab versucht, mich zu wehren.“ Erst als die Polizei kam, habe sich die Situation beruhigt.

„Der Mann erstattete anschließend Anzeige gegen die beiden Frauen wegen gefährlicher Körperverletzung“, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. Dieses Verfahren sei eingestellt worden, da aus Sicht der Behörde „der Angeschuldigte den Konflikt ausgelöst hat“. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt Borrmann.

Letztlich sei eine Diskussion um das N-Wort vollständig entglitten. Borrmann trat am Dienstag aus der AfD-Fraktion in der BVV aus. Mit der Anklage habe das jedoch nichts zu tun, sondern mit internen Konflikten, sagt er.

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