Plastikverbrauch

Konsumkritik im Konsumparadies

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Alexander Rothe
Das Meer an Plastikflaschen in der Installation "Make Water Not Waste" entspricht der Menge an Behältern, die in Deutschland durchschnittlich alle 30 Sekunden verbraucht werden. 

Das Meer an Plastikflaschen in der Installation "Make Water Not Waste" entspricht der Menge an Behältern, die in Deutschland durchschnittlich alle 30 Sekunden verbraucht werden. 

Foto: Alexander Rothe

Mit einer Installation will mittemitte auf Plastikverbrauch aufmerksam machen und präsentiert das eigene Produkt als Lösung.

Berlin. Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit des Konsums, insbesondere wenn sie mit der sogenannten Black-Friday-Woche zusammenfällt. Rabattangebote und Ausstellungswaren zwischen glänzender Weihnachtsbeleuchtung laden zum Einkaufen ein.

Ein Meer an Plastikflaschen

Inmitten dieses Konsumparadieses in der Mall of Berlin regt ein Laden zum kritischen Nachdenken über den eigenen Plastikverbrauch an: Unter dem Motto „Make Water Not Waste“ hat der Hersteller von Wasseraufbereitungssystemen, mittemitte GmbH, zwei große Wannen mit Unmengen an Plastikflaschen gefüllt – Kein Bällebad, sondern ein Meer an Verpackungsmüll. Die Menge soll das Ausmaß an Behältern plastisch darstellen, die durchschnittlich alle dreißig Sekunden in Deutschland gekauft werden – pro Minute sind es weltweit eine Million. „Die Flaschen sind recycelt und werden später erneut verwendet“, erklärt Clément Potier, Marketingpraktikant bei dem Unternehmen. Die Konsumkritik inmitten des Einkaufszentrums sei als Metapher zu verstehen. Gleichzeitig sei die Mall of Berlin während der Vorweihnachtszeit und der Black-Friday-Woche gut geeignet, um möglichst viele Menschen zu erreichen, wie Vanessa Lohrke von der ebenfalls beteiligten Marketingagentur VisionIQ wissen lässt.

Einsparung von bis zu 400 Wasserflaschen

Die Installation soll aber nicht nur das Bewusstsein für das Plastikproblem schärfen, sondern auch auf das Produkt von mittemitte GmbH aufmerksam machen, das als Lösung für den hohen Verpackungsverbrauch präsentiert wird: Zwischen den beiden Wannen mit Plastikbehältern steht ein weißes Gerät, mit dem Leitungswasser für den Privatverbrauch gefiltert, gereinigt und mineralisiert werden kann, und den Kauf von Wasserflaschen unnötig mache. „Mit einer Kartusche werden 300 bis 400 Flaschen gespart“, sagt Karan Sarin, CMO des 2016 gegründeten Unternehmen. „In der Technologie stecken viereinhalb Jahre Forschung drin und sie wurde erst letzten Monat auf den Markt gebracht.“ Um das Produkt zu bewerben ist die Installation mit einem Gewinnspiel verbunden: Wer die Anzahl der in den Wannen ausgestellten Plastikflaschen errät, kann ein Exemplar der Leitungswasseraufbereiter gewinnen.

„In der Zukunft wollen wir auch Lösungen für Unternehmen schaffen und die Nutzung erweitern“, berichtet Sarin. Gleichzeitig sollen weitere individuelle Lösungen für private Haushalte entwickelt werden und die im Produkt eingebauten Mineralien je nach Lebensstil angepasst werden. Die Installation eröffnet am Freitag und ist für einen Monat zu besichtigen.