Hotel-Aktion

Eine Auszeit im „Interconti“

| Lesedauer: 6 Minuten
Andreas Gandzior
Heidrun und Adolf Roensch im Oktober 2021 in der Marlene Bar. Maurizio GambariniFUNKE Foto Services

Heidrun und Adolf Roensch im Oktober 2021 in der Marlene Bar. Maurizio GambariniFUNKE Foto Services

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Was bewegt Berliner, eine Nacht in einem Hotel in ihrer Heimatstadt zu verbringen? Morgenpost-Leser berichten.

Berlin. Immer sind es besondere Momente, die die Leser der Berliner Morgenpost mit dem Hotel „Intercontinental“ verbinden. Im Rahmen der Morgenpost-Hotelaktion hatte das Haus an der Budapester Straße im Oktober zu einer Auszeit in der City West eingeladen. Grund genug, sich zu erinnern oder zu feiern. Die Morgenpost sprach mit Leserinnen und Leser über ihre Wünsche und Gründe, eine Nacht im Hotel in der eigenen Stadt einzuchecken.

Im früheren „Hilton“ fing vor 60 Jahren die große Liebe an

„Wir sind sehr dankbar für die Zeit unseres Lebens, die wir gemeinsam verbringen durften“, sagte Heidrun Roensch. „Die Aktion der Morgenpost und des Hotels Intercontinental haben mein Mann Adolf und ich zum Anlass genommen, noch mal dorthin zu gehen, wo alles begann.“ Das Wochenende sei auch eine Reise in die Vergangenheit gewesen. Vor mehr als 60 Jahren, am 24. Januar 1961, begann für die damals 17-jährige Heidrun und den sieben Jahre älteren Adolf Roensch das Leben Seite an Seite. „Adolf und ich kannten uns nur flüchtig und dann hat er mich gefragt, ob ich ihn zu einem Ball ins damalige, ganz neue Hilton, das jetzige „Interconti“, begleiten würde“, sagte die 77-jährige Rentnerin aus Lankwitz. Sie feierten und tanzten durch die Ballnacht des Ruderclubs am Wannsee und des Berliner Ruderclubs. Und wurden ein Paar. „Er war meine erste große Liebe, und 1965 haben wir geheiratet.“

Beim Einchecken an der Rezeption freute sich das Ehepaar über den Upgrade auf ein Deluxe Zimmer. „Es war eine tolle Überraschung beim Einchecken an der Rezeption“, sagte die 77-Jährige. „Am Nachmittag waren wir schwimmen, und dann haben wir den Abend an der Bar begonnen.“ Nach dem Frühstück am Sonntag stand ein Zoobesuch auf dem Wochen-end-Programm.

Premiere in einem Berliner Hotel

Für die Berlinerin Angelika Bock ist es eine Premiere, eine Hotel-Premiere in ihrer Heimatstadt. „Genaugenommen ist es sogar eine doppelte Premiere“, sagte die Rentnerin aus Wilmersdorf. „Ich habe in Berlin noch nie in einem Hotel übernachtet und ich war noch nie im „Interconti“.“ Als sie von der gemeinsamen Aktion der Berliner Morgenpost mit dem Hotel Intercontinental gelesen hatte griff sie nicht etwa zum Telefonhörer oder ging an ihren Rechner, um per E-Mail zu reservieren. Kurz entschlossen stieg sie auf ihr Fahrrad und fuhr damit zur Luxusherberge an der Budapester Straße. „An der Rezeption waren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr freundlich, gelassen und ruhig“, beschrieb sie ihren ersten Eindruck. „Und das, obwohl es das Marathonwochenende war und das Hotel ausgebucht war.“ Reserviert hatte sie für eine Nacht Ende Oktober. „Ich gönne mir mal alleine eine Auszeit vom Alltag und der Familie“, sagte sie. Besonders freue sie sich auf das üppige Frühstück. „Nicht darüber nachdenken, was noch im Kühlschrank ist, sondern sich einfach hinsetzen und genießen“, berichtete sie von ihren Plänen. „Ich möchte einfach mal Sachen machen, die man zu Hause nicht macht“, sagte sie. Die Anreise zu ihrer ganz persönlichen Nacht im Hotel sollte mit dem Fahrrad erfolgen. „Ich bin mit 72 Jahren noch sehr sportlich und lege fast alle Weg auf dem Rad zurück.“

Mit einem Aperitif ins „Verwöhn-Wochenende“

Egal, ob mit ihrer Freundin oder ihrem Ehemann, Eva-Maria Moerke hat schon viele Hotels in Berlin aufgesucht, um, wie sie sagt, „dem Alltag zu entfliehen“. Für sie sei es eine besonders schöne Art, andere Stadtteile in der eigenen Stadt zu erkunden. „Mein Mann hat jetzt mal eine Runde ausgesetzt“, sagte sie. Gegen 14 Uhr wollte sie mit ihrer Freundin Angelika einchecken. Mit einem Aperitif wollen sie dann ihr „Verwöhn-Wochenende“ einläuten. „Anschließend wollen wir für zwei Stunden in die Sauna und in das Schwimmbad“, sagte ihre Freundin Angelika Kutzner aus Prenzlauer Berg. „Am Abend freuen wir uns dann auf das Drei-Gänge-Menü vor dem Kamin.“ Auch für den Sonntagmorgen stand das Programm bereits vor dem Besuch fest. „Erst geht es ins Hotel-Schwimmbad, dann werden wir ausgiebig frühstücken“, sagte sie. „Sollte das Wetter mitspielen, gehen wir im Tiergarten spazieren.“

Nach der Hochzeit in Britz eine Nacht im Interconti

Für Maja Vaas-Salinger begann der Berlin-Besuch mit ihrer Hochzeit in der Britzer Dorfkirche. Damit folgte sie einer Familientradition. „Meine Mutter und meine Großmutter haben schon in der Britzer Dorfkirche geheiratet“, sagte sie. „Daher stand schon fest, dass ich dort auch heiraten werde.“ Viele Jahre lebte die 51-Jährige in Berlin, bevor sie nach Schaumburg-Lippe in Niedersachsen zog und dort ihren Mann Christian kennenlernte. „Wir sind regelmäßig in Berlin und besuchen Verwandte“, sagte er. „Die Tante meiner Frau hatte in der Morgenpost von der Aktion gelesen und uns zur Hochzeit die Übernachtung und das Abendessen geschenkt.“ Am Abend nach dem Ja-Wort in Britz haben sie in der Marlene Bar im Kaminzimmer das Drei-Gänge-Menü gemeinsam genossen. Am Sonntag fuhren sie dann zurück nach Schaumburg-Lippe.

Geburtstagsfeier, Spa und Spaziergang zum 80.

„Mit dem ‘Interconti’ hatten wir während unseres Lebens immer wieder Berührungspunkte“, sagte der Ur-Neuköllner Klaus Wolff. „Vor etwa fünf Jahrzehnten sind wir damals als frisch Verlobte regelmäßig im Dachgartenrestaurant tanzen gewesen.“ Auch an verschiedenen Hochzeitstagen gingen er und seine Frau Birgit im „Interconti“ essen. Am vergangenen Wochenende hatte das Ehepaar aus Rudow mal wieder einen Grund, eine Nacht im Hotel an der Budapester Straße zu verbringen. „Ich bin Ende August 80 Jahre alt geworden und wir wollen nachträglich meinen Geburtstag feien“, sagte Wolff. „Eine langjährige Freundschaft wird mit uns gemeinsam feiern und auch im Hotel übernachten.“ Termine für das Spa hatte er auch schon gemacht und ein Spaziergang im herbstlichen Tiergarten war ebenfalls geplant.