Corona-Pandemie

Studie in Mitte könnte Auswirkung auf Impfstrategie haben

2311 Menschen haben an der RKI-Studie teilgenommen. Sie soll Aufschluss geben, wie viele Personen ohne Symptome infiziert waren.

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Berlin. Die Ergebnisse der Corona-Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) im Bezirk Mitte könnten auch in eine Anpassung der Impfstrategie einfließen. Das sagte Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Bis spätestens Anfang Februar sollen die ersten Eckdaten ausgewertet sein. Anhand dieser könne man etwa abschätzen, welche Gruppen in der Bevölkerung besonders von schweren Verläufen einer Covid-19-Erkrankung betroffen sind. Außerdem wollen die Wissenschaftler mithilfe der Studie herausfinden, wie hoch die Dunkelziffer und der Anteil symptomloser Infizierter in der Bevölkerung ist.

Der Bezirk Mitte ist einer von vier untersuchten Gebieten der Studie „Corona Monitoring lokal“. Neben Mitte sind dies Kupferzell (Baden-Württemberg), Bad Feilnbach und Straubing (beide Bayern). Aus zwei Orten sind nach Datenerhebung im Sommer bereits Ergebnisse auf der RKI-Webseite veröffentlicht: In Bad Feilnbach wurden demnach 2,6-mal mehr Infektionen nachgewiesen als zuvor dort bekannt, in Kupferzell 3,9 mal mehr.

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Corona-Studie in Berlin-Mitte: 2311 Teilnehmer

Während in den anderen Orten die Untersuchungen bereits schon früher begonnen hatten, starteten sie in Berlin erst Mitte November 2020. Seitdem haben 2311 Menschen mit Wohnsitz in Mitte an der Studie des RKI teilgenommen. Damit die Stichprobe möglichst repräsentativ für den Bezirk ist, sind Bewohnerinnen und Bewohner aus allen Altersgruppen vertreten. Bei den Teilnehmern hat man einen PCR-Test gemacht sowie eine Blutentnahme. Außerdem mussten sie Fragen zu Vorerkrankungen und Symptomen beantworten.

„Wir haben bei rund 20 Personen akute Infektionen festgestellt“, sagte Santos-Hövener. Das heißt, bei ihnen sei der PCR-Test positiv gewesen. Damit seien deutlich mehr Infektionen als in den anderen Orten festgestellt worden. Im September war in Straubing ein Test positiv, in Kupferzell und Bad Feilnbach gar keiner. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens komme dieses Ergebnis aber nicht überraschend, so Santos-Hövener.

Im Vergleich zum September liegen die Neuinfektionszahlen deutschlandweit deutlich höher. Am Montag schalteten in der Hauptstadt zum ersten Mal alle drei Corona-Ampeln auf Rot. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Berlin Stand 11. Januar, 17 Uhr, bei 190,8.

Ergebnisse der gesamten Studie spätestens im dritten Quartal

Während die Ergebnisse der akuten Infektionen schon vorliegen, werten die Wissenschaftler die Ergebnisse der Antikörper-Tests derzeit noch aus. Diese werden frühestens Ende Januar erwartet. Erst dann seien Angaben zur Dunkelziffer möglich.

Derweil sind in Berlin nach Angaben des RKI ebenfalls Stand 11. Januar, 32.014 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Am Montag sind in Deutschland zudem die ersten Moderna-Impfdosen angekommen. Ab Dienstag sollen die ersten 2400 Impfdosen im Erika-Heß-Eisstadion verimpft werden. Seniorinnen und Senioren sollen dort auf persönliche Einladung geimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass spätestens im Herbst 2021 genügend Impfstoff für die Bevölkerung vorhanden ist. Die Auswertung der gesamten RKI-Studie mit allen vier Standorten soll früher, etwa im zweiten oder dritten Quartal des Jahres veröffentlicht werden. Das könnte noch genügend Zeit sein, um einen entsprechenden Einfluss auf eine Anpassung der Impfstrategie zu haben.

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