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Sechs Orte, die Wedding so cool machen

Der Berliner Ortsteil gehört zu den angesagtesten der Welt. Diese Hotspots zeigen, weshalb das so ist.

Blick vom alten Bunkerberg Flakturm auf Wedding.

Blick vom alten Bunkerberg Flakturm auf Wedding.

Foto: Joerg Krauthoefer / FUNKE Foto Services

Der Wedding ist einer der coolsten Ortsteile der Welt. In einer Auflistung der 40 coolsten Nachbarschaften setzte das britische Trendmagazin „Time Out“ den Berliner Ortsteil auf Platz sechs. Andere trendige Berliner Nachbarschaften wie Prenzlauer Berg oder „Kreuzkölln“ tauchten erst gar nicht in der Liste auf. Wedding landete knapp hinter Esquerra de l’Example in Barcelona, der Downtown in Los Angeles, Sham Shui Po in Hongkong, Bedford-Stuyvesant in New York und Yarraville in Melbourne.

Das Ranking erscheint seit 2018 einmal jährlich und orientiert sich an einer Befragung von 38.000 Menschen. Die letzte Einschätzung machen allerdings Experten und Journalisten des „Time Out“-Magazins. Sie schätzen vor allem die Vielfalt in Wedding mit seinen Stammkneipen und vielen Fachgeschäften.

Die Menschen im Stadtteil blieben vor allem den lokalen Unternehmen und Lebensmittelhändlern treu. Zudem gebe es immer wieder aufstrebende Restaurants und Bars. Dennoch habe das Wort Nachbarschaft eine neue Bedeutung erhalten, schreibt „Time Out“-Autor James Manning. In diesem Jahr hätten Menschen mehr Zeit zu Hause verbracht. Die Orte, die die Seele der Stadt präsentieren, stünden deshalb besonders im Fokus, so Manning. Sechs Orte in Wedding, die dieses Gefühl erlebbar machen:

Brauereien

Welcher Ortsteil kann schon seine eigene Brauerei vorzeigen? Im Wedding gibt es gleich zwei. Anfang des 21. Jahrhunderts entwickelte Bierbrauer Martin Eschenbrenner in der Triftstraße sein Geheimrezept. Heute können Gäste im Bierkeller und im Biergarten die verschiedenen Biersorten testen. Auf der Getränkeliste steht beispielsweise das „Panke Gold“, ein Bier mit Zitronennote oder „Roter Wedding“, ein rubinrotes Bier. Einen Kiez weiter in der Antwerpener Straße haben drei US-Amerikaner die „Vagabund Brauerei“ im Jahr 2013 gegründet. Craft-Beer und Pale Ale wie etwa das „My Saddle, My Pony, and Me“ stehen hier auf der Liste.

Café Pförtner

In Wedding können Berliner auch in einem alten Linienbus Abendessen – so richtig am Tisch, mit Messer und Gabel und während Pandemiezeiten mit Abstand. Das Café Pförtner ist das Herz des Künstlerareals Uferhallen in Wedding. Auf dem Gelände der ehemaligen BVG-Werkstätten treffen sich Kunstschaffende, Berliner aus dem umliegenden Kiez und Besucher zum Frühstücken, Kaffeetrinken und Abendessen.

Café Pförtner, Uferstraße 8, 13357 Berlin, Öffnungszeiten: montags bis freitags 9 bis 23 Uhr, sonnabends 11 bis 23 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.pfoertner.co

Ufer der Panke

Früher nannten Berliner den in Bernau entspringenden Fluss die „Stinkepanke“. Das lag an den vielen Industriebetrieben entlang des Gewässers, die ihren Abfall einleiteten. Heute hingegen gilt die Panke fast schon als städtisches Naherholungsgebiet. Im Sommer zeigt sich entlang des Grünzugs an der Panke die romantische Seite des Wedding. Aber auch im Herbst kann man entlang des Flusses auf dem Panke-Radweg einige schöne Stunden verbringen. Außerdem gibt es viel zu entdecken, etwa die Bar Panke Culture, in der zu Nicht-Coronazeiten auch ein Club betrieben wird - und eine Gallerie. Im Panke Culture trifft sich die lokale Künstlerszene. Geplante Veranstaltungen und Workshops sind am besten auf der Webseite nachzulesen.

Panke Culture, Gerichtstraße 23, Hof V, 13347 Berlin, Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags, ab 12 Uhr. Weitere Informationen zu Veranstaltungen im Panke Culture unter www.pankeculture.com

Plötzensee

Wedding hat auch einen See: Gerade in den vergangenen Wochen hat sich das Strandbad Plötzensee als Ort der entspannten Freizeitgestaltung bewiesen: Kulturveranstaltungen wie Lesungen und Theater fanden dort statt, während Besucher Abstände einhalten und ins Wasser springen konnten. Die Badezeit am Strandbad Plötzensee ist zu dieser Jahreszeit zwar vorbei, aber der 7,7 Hektar große See lässt sich auch im Herbst und im Winter auf einem schönen Spaziergang auf einer 2,2 Kilometer langen Route umrunden. Wer die Strecke ausdehnen will, kann sogar noch in den Volkspark Rehberge laufen.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man mit dem Ersatzverkehr der M13 bis zur Haltestelle an der Seestraße fahren.

Bibliothek am Luisenbad

Einer der schönsten Orte in der Nähe des Ortsteils Wedding entlang der Panke ist wohl die Bibliothek am Luisenbad. Das Gebäude ist ein architektonisches Juwel in unmittelbarer Nähe der Panke. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde hier eine Heilquelle entdeckt, später gab es eine Badeanstalt, dann einen Festsaal, Restaurationsbetriebe und ein Café. Seit 1995 hat die Bibliothek ihre Räume hier. Nebenan befindet sich die „Kafé-Küche“.

Bibliothek am Luisenbad, Badstraße 39, 13357 Berlin, Öffnungszeiten: aufgrund der aktuellen Situation, montags, mittwochs und freitags jeweils von 13 bis 19.30 Uhr. Weitere Information im Internet unter www.berlin.de/bibliothek-am-luisenbad

Flakturm Humboldthain

Den besten Blick über den gesamten Wedding hat man von den Flakturm Humboldthain. Im zweiten Weltkrieg wurde die Anlage als Hochbunker genutzt. Heute dient die Ruine als Aussichtsplattform. Zwischen April und Oktober können Besucher auch die Unterwelt erkunden. Seit 2004 gibt es Führungen durch das Innere der Flakturmruine im Volkspark Humboldthain. Dabei werden drei von insgesamt sieben Geschossen der größten Bunkeranlage Berlins gezeigt.

Flakturm Humboldthain, Brunnenstraße 110, 13355 Berlin, weitere Informationen unter www.berliner-unterwelten.de

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