Kultur

Hoffnung für die Märchenhütten im Monbijoupark

Tanzen und eine kulturelle Nutzung im Monbijoupark sollen nun doch möglich bleiben - allerdings nur für „fliegende Bauten“.

Tanzveranstaltungen könnte es in diesem Jahr im Monbijoupark geben. Für  Theatervorstellungen  sieht SPD-Fraktionsvorsitzender Sascha Schug kaum eine Chance.

Tanzveranstaltungen könnte es in diesem Jahr im Monbijoupark geben. Für Theatervorstellungen sieht SPD-Fraktionsvorsitzender Sascha Schug kaum eine Chance.

Foto: Reto Klar / Reto Klar / Funke Foto Services

Berlin.  Hat die Kultur im Monbijoupark nun doch eine Zukunft? In der vergangenen Woche sah das noch anders aus. Vor allem die anstehende Spielzeit des Theaters im Sommer galt als abgesagt. Nachdem die SPD einen entsprechenden Antrag mithilfe von Stimmen der Grünen vertagt hatte, wurden Vorwürfe laut, sie hätten damit eine mögliche Debatte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) verhindert. Außerdem machten die anderen Parteien die SPD mit der Nicht-Entscheidung für die voraussichtlich ausfallende Spielzeit verantwortlich.

Im Stadtentwicklungsausschuss am Mittwoch kam nun allerdings die Kehrtwende. SPD und Grüne reichten überraschenderweise einen gemeinsamen Antrag ein. Der liest sich wie ein Kompromiss.

Monbijoupark: Märchenhütten sollen nicht mehr auf Hochbunkeranlage stehen

Zwar soll nun, nach zwölf Jahren, endgültig Schluss damit sein, dass die Märchenhütten auf der Hochbunkeranlage im Monbijoupark stehen – SPD und Grüne wollen dort eine Grünfläche. Dafür sollen die Flächen südwestlich der Hochbunkeranlage an der Monbijoustraße kulturell genutzt werden können, allerdings nur für „fliegende Bauten“. So könnte dort künftig von Mai bis September wie vor wenigen Jahren ein Amphibientheater stehen und im Winter zwischen November und Januar eben die Märchenhütten.

In der Vergangenheit kamen immer wieder Diskussionen über eine Änderung des Bebauungsplans im Monbijoupark auf. Der Antrag von SPD und Grüne sieht nun eine Einstellung des Bebauungsplanverfahrens vor. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Sascha Schug sagte, es sei sinnlos den Plan zu ändern, da mindestens zwei Jahre vergehen würden, bis eine kulturelle Nutzung ausgewiesen werden könne.

Theoretisch könnte sich auch ein anderes Theater für den Monbijoupark bewerben

Sven Diedrich (Linke) ging in der vergangenen Woche noch auf Konfrontationskurs mit den beiden antragstellenden Fraktionen. Am Mittwoch stimmte er dennoch für den Antrag. Er entspreche zwar nicht seinen Vorstellungen, aber es gebe so zumindest die Chance auf Kultur und Tanz in diesem Sommer, sagte Diedrich. Dass der Antrag in der BVV im März durchgeht, sei reine Formsache – deshalb könnte das Bezirksamt bereits jetzt Vorbereitungen treffen, um den Machern des Theaters die Nutzung für den Sommer zu genehmigen.

Kritischer sah das der SPD-Fraktionsvorsitzende Sascha Schug. „Tanzen könnte vielleicht in diesem Jahr möglich sein, für das Theater hingegen wird es sehr schwierig.“

Die Beschlussvorlage garantiert aber noch lange nicht, dass unterhalb der Hochbunkeranlage auch in Zukunft wirklich wieder Märchenhütten aufgebaut werden. Denn die gepflasterten Fläche gehört im Gegensatz zur Hochbunkeranlage, die im Besitz der Humboldt-Universität ist, dem Bezirk. Dem Ausschussvorsitzenden Frank Bertermann (Grüne) zufolge muss das Bezirksamt deshalb für die kulturelle Nutzung am Monbijoupark eine Ausschreibung vornehmen. Das könnte nun auch andere Kulturschaffende neben den Betreibern der Märchenhütten auf den Plan rufen. „Es wird ein faires und offenes Verfahren geben, den das beste Theater gewinnt“, sagte Bertermann.

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