Stadtplanung

Karl-Marx-Allee: Bürger werden nun doch gehört

Am Montag findet ein Bürgerdialog zur Karl-Marx-Allee statt. Es geht um Parkplätze, Grünstreifen – und das Unesco-Welterbe.

Wichtige Magistrale der Stadt: Die Karl-Marx-Allee in Friedrichshain-Kreuzberg.

Wichtige Magistrale der Stadt: Die Karl-Marx-Allee in Friedrichshain-Kreuzberg.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Beim Umbau der Karl-Marx-Allee in Mitte könnte es bald zu einer Einigung kommen. Für den kommenden Montag, 10. Februar, ist ein Bürgerdialog angesetzt. Auf dem sollen Politiker und Bürger ins Gespräch kommen, ihre jeweiligen Pläne vorstellen können und auch ihre Anliegen einbringen.

Damit wird nun nachgeholt, was Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) Ende des vergangenen Jahres versäumt hatte. So sah es jedenfalls Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD). Er beschwerte sich über „erhebliche Umplanungen“, die kurzfristig von der Senatorin angeordnet wurden und warf ihr vor, dabei Bürgerinteressen zu übergehen.

Die Anwohner hatten sich in der Vergangenheit immer wieder für Parkplätze im Mittelstreifen der Straße stark gemacht. Regine Günther aber will eine Grünfläche inmitten der Karl-Marx-Allee.

Ferner läuft ein Antrag, um die Straße in die Liste der Unesco-Welterben aufzunehmen. Heißt, sie steht dann unter Denkmalschutz - ein Fakt, den die Verkehrssenatorin ebenfalls nicht berücksichtigt haben soll.

Karl-Marx-Allee soll umgestaltet werden: Alle Optionen sind noch möglich

Vor der Bürgerversammlung haben allerdings alle Seiten klar zu verstehen gegeben, dass noch alle Optionen, also Grünstreifen und Parkplätze, möglich sind. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gebe es derzeit zwar keinen Baustopp an der Karl-Marx-Allee, aber es werde so gearbeitet, dass alles möglich bleibe.

Jedoch will Verkehrssenatorin Günther bei ihrem Plan bleiben, einen Grünstreifen zu finden. Wie ein Sprecher mitteilte, bedürfe es für eine endgültige Entscheidung einer Konsensfindung mit den Bürgern und dem Kultursenat. Dafür wird Verkehrssenatorin Regine Günther am Montagabend vor Ort sein.

Ebenfalls für den Bürgerdialog angekündigt hat sich Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Er will sichergehen, dass die Umbaupläne den Antrag zum Weltkulturerbe nicht gefährden. Ephraim Gothe begrüßt die Veranstaltung. Er sieht darin vor allem für die Bürger eine Chance, die Argumente der Verkehrssenatorin zu diskutieren und zu hinterfragen. Das Bezirksamt selbst will an dem Abend die Ziele der Städtebauförderung „Städtebaulicher Denkmalschutz“ darstellen. ‎

Nun beginnen die abschließenden Arbeiten an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte

Die Karl-Marx-Allee gilt als bedeutsame Magistrale in der Stadt Berlin, die den Alexanderplatz und das Frankfurter Tor miteinander verbindet. Die Straße wird von vielen Bewohnern genutzt, um vom Bezirk Mitte nach Friedrichshain-Kreuzberg zu kommen und umgekehrt. Die Karl-Marx-Allee wird seit dem Sommer 2018 umgebaut und neu gestaltet.

Die Fertigstellung ist nach Angaben der Senatsverwaltung für Verkehr für Mitte des Jahres vorgesehen. Deshalb beginnen nun auch die abschließenden Arbeiten an der Straße. Zum ursprünglichen Plan hat die Senatsverwaltung Änderungen vorgenommen. Sie betreffen vor allem Fragen zur Verkehrssicherheit und klimafreundlicher Mobilität, so ist eben der umstrittene Grünstreifen vorgesehen.

Der Bürgerdialog findet am Montag, 10. Februar, zwischen 18:30 Uhr und 20:30 Uhr im Kino International (Karl-Marx-Allee 33) statt. Einlass für die Besucher ist um 18 Uhr.