Grunerstraße

Eltern halten Mahnwache für bei Unfall getötete Fabien

Fabien Martini (21) war von Polizist Peter G. gerammt worden. Er stand unter Alkoholeinfluss - und fuhr Tempo 130.

Die Mahnwache an der Grunerstraße.

Die Mahnwache an der Grunerstraße.

Foto: Martin Nejezchleba

Rund 70 Menschen sind am Mittwochabend zu einer Mahnwache an der Grunerstraße in der Nähe des Alexanderplatzes zusammengekommen. Vor zwei Jahren war hier die 21-jährige Fabien Martini getötet worden, nachdem sie der Polizist Peter G. mit einem Einsatzwagen gerammt hatte. An der Unfallstelle wurden Kerzen entzündet, Fotos der Verstorbenen aufgehängt. Unter Tränen forderte die Mutter der Verstorbenen ein angemessenes Urteil gegen den Beamten. „Der Staat hat uns mit zweijähriger Ermittlungsarbeit gequält. Und noch immer ist kein Ende in Sicht“, sagte Britta Martini.

Der Unfall hatte sich am 29. Januar 2018 ereignet. Erst nach und nach wurde durch Recherchen der Berliner Morgenpost öffentlich: der Polizist, der mit Martinshorn und Blaulicht zu einem Einsatz fuhr, hatte seinen Wagen auf Tempo 130 beschleunigt, bevor in Martinis Renault Clio krachte. Knapp ein Jahr nach dem Unfall wurde bekannt, dass bei Peter G. wenige Stunden nach dem Unfall ein Alkoholwert von etwas über einem Promille gemessen worden war. Seither stand der Vorwurf der Vertuschung seitens der Polizei im Raum.

Anklage gegen Peter G. erhoben

Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte eine gründliche Aufarbeitung angekündigt. Anhaltspunkte dafür, dass Peter G. von Kollegen gedeckt wurde, seien dabei nicht gefunden worden. Vor wenigen Tagen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Peter G. erhoben. Sie lautet auf fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol am Steuer. Darauf droht Geldstrafe und bis zu fünf Jahre Haft. Der Anwalt der Eltern kritisiert die Anklage als zu milde.

Laut einer Gerichtssprecherin befindet sich die Anklage in der richterlichen Prüfung. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll der Prozess vor einem Amtsgericht stattfinden. Aus Justizkreisen heißt es, man prüfe, ob der Fall wegen des öffentlichen Interesses jedoch in einem größeren Format verhandelt werden sollte.