Haftanstalt

Todesfall in JVA Moabit sorgt für Diskussionen

Ein 33-Jähriger wurde am Neujahrstag tot in seiner Zelle aufgefunden. Gefangene richten schwere Vorwürfe an die Justizverwaltung.

 Justizvollzugsbeamter  in der JVA Moabit vor einer Zelle

Justizvollzugsbeamter in der JVA Moabit vor einer Zelle

Foto: Marc Tirl / dpa

Berlin. In der Untersuchungshaftanstalt Moabit ist es in der Silvesternacht zu einem Todesfall gekommen. Ein 33 Jahre alter Häftling wurde tot in seiner Zelle aufgefunden. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Justizkreisen. Ermittler gehen derzeit nicht von Fremdeinwirkung aus, sondern vermuten einen Suizid. Die Ermittlungen laufen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der erste Suizid in einem Berliner Gefängnis seit einem Jahr. Im Jahr 2018 waren es fünf, im Jahr 2017 sieben.

Insassen der JVA Moabit richten unterdessen schwere Vorwürfe in Richtung Justizverwaltung. In einem Schreiben an die Berliner Morgenpost heißt es: „An den Wochenenden und allen Feiertagen, ebenso wie an Tagen, die durch die Verwaltung zu solchen erhoben werden wie der 24. und 31.12., ist jeder Gefangene in Moabit mindestens 22 Stunden täglich isoliert.“ Investiert werde einzig und allein in noch mehr Repression. In der JVA Moabit leiste man sich eine „Sicherheitsgruppe“, die nichts weiter tue als täglich aufs Neue Hafträume von Gefangenen penibel genau zu durchsuchen.

Justizverwaltung weist Vorwürfe der Gefangenen zurück

Justizsprecher Sebastian Brux wies die Vorwürfe auf Nachfrage zurück. Es sei zwar richtig, dass die Kontrollen verschärft worden seien, in den Gefängnissen werde aber auch viel zur Suizidprävention getan. Das höchste Risiko besteht während der ersten Wochen in Untersuchungshaft. Bereits bei der Aufnahme der Inhaftierten nehmen Vollzugsbedienstete ein sogenanntes „Suizidscreening“ vor. Bei Anzeichen für eine Gefährdung würden sowohl der Psychologische als auch der Medizinische Dienst umgehend informiert.

Bei dem Gefangenen, der Neujahr tot in seiner Zelle aufgefunden wurde, habe es keine Anzeichen für eine Suizidabsicht gegeben. Noch am Mittag sei er gemeinsam mit einem Mitgefangenen eingeschlossen gewesen. Auch dieser habe nichts von den Absichten des 33-Jährigen mitbekommen.