Immobilienprojekte

30.000 Wohnungen könnten auf Berlins Supermärkten entstehen

Das Potenzial für neue Wohnungen auf Supermarkt-Dächern ist groß. Jetzt entstehen neue Projekte in Berlin-Mitte.

Die Edeka-Filiale in der Fürstenberger Straße wird zu einem Wohn- und Geschäftshaus mit 117 Wohnungen.

Die Edeka-Filiale in der Fürstenberger Straße wird zu einem Wohn- und Geschäftshaus mit 117 Wohnungen.

Foto: Dipl.Ing.(FH) Tomislav Ankovic / pixellab. GmbH

Berlin. Wegen des massiven Flächenmangels wird in Berlin längst um jeden Quadratmeter gerungen – in der Breite wie in der Höhe. Der klassische Supermarkt hat jedoch auch in der Hauptstadt an vielen Orten noch immer nur ein bis zwei Geschosse.

Dieser Anblick ändert sich gerade, viele reine Supermärkte werden um mehrere Etagen erhöht und zu Wohn- und Geschäftshäusern umgebaut. Nun steht an der Grenze von Mitte zu Prenzlauer Berg ein neues Projekt in den Startlöchern.

117 neue Wohnungen auf Supermarkt in Mitte

Das Immobilienunternehmen Trei Real Estate reißt die eingeschossige Edeka-Filiale an der Fürstenberger Ecke Schwedter Straße ab. Den Supermarkt soll in den kommenden Jahren ein siebengeschossiger Blockrandbau ersetzen. Während im Erdgeschoss auch künftig ein Verbrauchermarkt Platz finden soll, entstehen in den Obergeschossen insgesamt 117 Mietwohnungen mit ein bis vier Zimmern, teilte das Unternehmen am Dienstagmorgen mit. Zudem sei eine Tiefgarage mit 25 Stellplätzen geplant.

Vom Bezirk liege nun die Baugenehmigung vor, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens, das zum Tengelmann-Konzern gehört. Damit könne nun mit den Arbeiten am Projekt, deren Investitionskosten bei rund 45 Millionen Euro lägen, begonnen werden. Die bestehende Edeka-Filiale muss dafür im Frühjahr 2020 schließen. Direkt im Anschluss sollen die Abrissarbeiten losgehen. Geplant ist die Fertigstellung des Neubaus für 2022. Einziehen soll auch dann wieder ein Edeka.

Auf 330 Supermärkten könnten bis zu 30.000 Wohnungen entstehen

„Der Supermarkt in der Fürstenberger Straße 8 ist prädestiniert für eine Überbauung“, sagte Geschäftsführer Pepijn Morshuis. In der Überbauung der Flachbauten sieht Morshuis ein riesiges Potenzial: Die Supermärkte aufzustocken leiste einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum in Berlin. „In der Hauptstadt kommen 330 solcher sogenannten Flachmänner für eine Überbauung in Frage. Das entspricht einem Potenzial von 20.000 bis 30.000 Wohneinheiten.“

Neben dem Projekt in der Fürstenberger Straße 8 realisiert Trei aktuell noch drei weitere Wohn- und Geschäftshäuser in Berlin. Bereits im Bau befinden sich die Projekte in der Pappelallee sowie in der Wins-/ Ecke Marienburger Straße. An beiden Standorten wurden eingeschossige Einzelhandelsimmobilien abgerissen und durch eine mehrgeschossige Bebauung mit neuen Gewerbeflächen und Wohnungen ersetzt.

Bauprojekt in der Köpenicker Straße geplant

Für einen weiteren Neubau in der Köpenicker Straße in Mitte laufe derzeit ein Bebauungsplanverfahren, teilte Trei mit. Insgesamt investiere das Unternehmen in Berlin rund 250 Mio. Euro in die Realisierung von rund 750 Mietwohnungen und 8.000 Quadratmetern Einzelhandelsflächen.

Tengelmann ist nicht der einzige Konzern, der Wohnungen über Supermärkten plant. Aldi Nord will an mindestens 30 Standorten insgesamt rund 2000 Wohnungen bauen. Auch beim Berliner Senat steht das Thema auf der Agenda. Bereits 2017 führte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen sogenannten „Supermarktgipfel“ durch, um die Errichtung von Wohnungen auf den Filialen voran zu bringen.