Weihnachten

Berlins erster Weihnachtsbaum in Mitte aufgestellt

Am Gendarmenmarkt wird Berlins erster Weihnachtsbaum aufgestellt. Er kommt in diesem Jahr aus Britz.

Berlin. Noch ist Berlin fest in der Hand der Feierlichkeiten zum Mauerfalljubiläum, doch schon wirft die Advents- und Weihnachtszeit ihre Schatten voraus. Berlins erster Weihnachtsbaum ist am Donnerstag auf dem Gendarmenmarkt aufgestellt worden. Am Vormittag versenkten Holzarbeiter den Stamm in der vorgefertigten Grube auf dem Platz vor dem Deutschen Dom in Mitte.

Die 20 Meter hohe Blaufichte kommt in diesem Jahr aus dem Neuköllner Ortsteil Britz. Dort stand der Baum seit 1946 in einem Garten. Der alte Eigner habe sich jahrelang gesträubt, den Baum fällen zu lassen, sagte Gabriele Liebe vom WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt. Die neuen Hausbesitzer hätten den Riesen jedoch nicht länger haben wollen.

Gefällt wurde der Baum bereits am Mittwochabend. Über Nacht transportierte ein Tieflader ihn durch die Berliner Innenstadt zu seinem Standort in Mitte. Die Zeit auf dem Tieflader sei immer der kritische Teil, sagte Liebe. „Gerade durch die trockenen Jahre, die wir jetzt hatten, ist es immer die Frage, ob da nicht Äste rausbrechen.“ Mit dem Ergebnis zeigten sich am Gendarmenmarkt jedoch alle zufrieden.

In der kommenden Woche werde der Baum geschmückt, sagte Liebe. Erstmals auf dem Weihnachtsmarkt bestaunen können die Besucher den Baum in diesem Jahr am 25. November, wenn der Markt in Berlin eröffnet.

Erste Weihnachtsskulpturen im Botanischen Garten

Weihnachtlich sieht es auch schon im Botanischen Garten in Dahlem aus. In einer Woche, am 15. November, 19 Uhr, gehen die Lichter für den „Christmas Garden“ an. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsevent, das zum vierten Mal im Botanischen Garten stattfindet, sind in vollem Gang. Allein 24.000 Meter Kabel müssen für die 32 Lichtinstallationen entlang eines zwei Kilometer langen Rundwegs verlegt werden. Das ist bereits geschehen – die Skulpturen am Wegesrand sind aufgebaut und leuchten auch schon versuchsweise.

Fast alle Figuren seien in diesem Jahr neu, erklärt Ute Hafermalz, Projektleiterin für den Christmas Garden beim Veranstalter Concert Concept, einer Tochter der Deutschen Entertainment AG (DEAG). Der Besucher taucht diesmal in verschiedene Welten ein, darunter in eine Vogelwelt, für die speziell einheimische Vögel ausgesucht worden sind. In der Wasserwelt hat sich Nessie bereits in der Mitte des Amerika-Sees einen Platz gesichert. Um das Ungeheuer von Loch Ness im See zu installieren, mussten sich die Männer mit Schutzanzügen in das kalte Wasser wagen.

Eigene Kompositionen für den Christmas Garden im Botanischen Garten

Untermalt werden die Welten mit einem Sound, der extra für sie komponiert wurde. „Allein für die Beschallung müssen sechs Kilometer Leitungen verlegt werden“, sagt der Technische Leiter des Christmas Garden, André Frieboese. Er organisiert derzeit den Aufbau, „vom Brennholz für die Feuerschalen bis zur Almhütte“, wie er sagt. Das Material für das Weihnachtsevent muss in zwölf Sattelzügen angeliefert werden. Gerade ist ein Lkw mit den Holzbalken für die Almhütte im Wirtschaftshof eingefahren. Das Gasthaus mit etwa 160 Plätzen wird neben dem Großen Tropenhaus aufgebaut. Um den Rasen zu schützen, steht die Hütte auf einer 300 Quadratmeter großen Terrasse.

Nebenan ist die Eisbahn fast fertig. Die Kühlschlangen liegen schon im Boden. „Jetzt fehlt nur noch das Geländer“, sagt der Techniker. Zwei Zelte stehen davor, eins zum Umkleiden und eins mit beheizten Regalen für die Schlittschuhausleihe. 1000 Kilowatt an Anschlussleistung muss André Frieboese gewährleisten. „Der größte Teil davon wird vom Catering, also den Ständen mit Essen und Trinken gebraucht“, sagt der junge Mann. In den vergangenen beiden Jahren sei der Stromverbrauch des Events dennoch drastisch gesunken. Das liege daran, dass immer mehr LED-Licht zum Einsatz komme.

Vorbereitungen im Christmas Garden liegen im Zeitplan

Auf dem Rundgang, der schon abgesteckt ist, werden derzeit noch mehrere kleine Holzstege aufgebaut. Das passiert vor allem an den Stellen, an denen sich das Wasser nach dem Regen sammelt. „Wir müssen vermeiden, dass die Besucher dann auf den Rasen ausweichen, denn wir haben es hier mit einer denkmalgeschützten Anlage zu tun“, sagt der Technische Leiter.

In der noch verbleibenden Woche muss die Beschallung fertiggestellt werden. Als Letztes wird die Allee hinter dem Eingang Königin-Luise-Platz geschmückt. Dort wurden gerade Rohre und Leitungen verlegt, jetzt muss das Erdreich noch geschlossen werden. Erst dann könne der Steiger – also ein Kran mit Personenkorb – kommen, um die Lichter zwischen den Bäumen anzubringen. „Wir liegen gut im Zeitplan“, so Frieboese. Er kalkuliere immer etwas großzügiger, denn bei Regen könne der Aufbau auch doppelt so lange dauern. Wenn es kommenden Freitag „Lights on“ heißt, dann haben alle Mitarbeiter vom Christmas Garden nur einen Wunsch: eine schöne knackige trockene Kälte. „Schnee wäre besonders toll, denn dann glitzert alles noch viel mehr“, sagt Projektleiterin Ute Hafermalz.

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