Verkehrssicherheit

Nach SUV-Unfall: Tempo 30 auf Invalidenstraße eingeführt

Nach dem Unfall mit vier Toten bekommt die Invalidenstraße ein neues Verkehrskonzept. Die geschützten Radwege kommen aber erst später.

In der Invalidenstraße Berlin-Mitte ist nach dem SUV-Unfall Tempo 30 eingeführt worden.

In der Invalidenstraße Berlin-Mitte ist nach dem SUV-Unfall Tempo 30 eingeführt worden.

Foto: Christian Latz / BM

Berlin. Nach dem schweren Unfall eines SUV in der Invalidenstraße in Mitte sind nun die ersten Schritte des angekündigten, neuen Verkehrskonzepts in Kraft.

Am Donnerstag wurden auf dem Abschnitt zwischen Nordbahnhof und Brunnenstraße Tempo-30-Schilder aufgestellt. „Damit ist die erste Maßnahme, die wir nach dem tragischen SUV-Unfall zugesagt haben, schnell umgesetzt worden“, teilte eine Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung mit. Die Verkehrslenkung habe die Anordnung von Tempo 30 zügig geprüft und angeordnet.

Tempo-30-Schilder wurden Donnerstag auf der Invalidenstraße aufgestellt

Anfang September war ein Fahrer mit seinem SUV an der Invalidenstraße Ecke Ackerstraße von der Fahrbahn abgekommen und mit 104 km/h in eine Gruppe Passanten gefahren. Vier Fußgänger wurden dabei getötet, darunter ein Kleinkind. Ein Krampfanfall des Fahrers war die Ursache, wie sich später herausstellte. Dennoch war im Anschluss eine Debatte um die Verkehrssicherheit in der Invalidenstraße entbrannt.

Im Anschluss war eine Debatte um die Verkehrssicherheit in der Invalidenstraße entbrannt. Der Anwohner Julian Koppmann hatte sich mit einer Petition an den Senat gewandt und eine Tempo-30-Zone sowie ein neues Verkehrskonzept für die Straße gefordert. Mit schnellem Erfolg: Wenige Wochen nach dem Unfall gaben Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) und Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) nach einem Treffen mit Koppmann bekannt, dass die Invalidenstraße sicherer werden solle.

Als Sofort-Maßnahmen wurde die zügige Einführung der Tempo-30-Zone angekündigt sowie die „schnellstmögliche Prüfung und Umsetzung eines geschützten Radwegs auf beiden Seiten der Invalidenstraße“.

Geschützter Radweg an der Invalidenstraße soll später kommen

Seit Donnerstag gilt nun die neue Geschwindigkeitsbegrenzung. Mit dem Radweg dürfte es jedoch länger dauern. „Um rasch Verbesserungen zu erreichen, sollen auch provisorische Lösungen zum Einsatz kommen“, hatten die Verantwortlichen bei der Vorstellung des Konzept angekündigt. In Frage würden zur Abgrenzung etwa sogenannte „Leitboys“ oder Barken kommen. Die Hoffnung war, möglicherweise noch in diesem Jahr einen Radweg ausweisen zu können.

Davon ist nun keine Rede mehr. Die Maßnahmen würden in der eingerichteten „Projektgruppe Invalidenstraße“ zwischen Senat, Bezirk und Anwohnern beraten. Ein erstes Treffen habe Mitte Oktober stattgefunden. „Maßnahmen wie Radwege müssen solide geplant werden“, teilte die Sprecherin mit. Ziel sei, „bis zum Jahresende eine transparente Planung und einen Zeithorizont für nachhaltige bauliche Verbesserungen der Verkehrssicherheit im Kiez vorzulegen“.