Moabit

Verwaltungsakademie erhält Neubau für Ämter-Digitalisierung

Berlins Verwaltung muss digitaler werden. Dafür bekommt die Verwaltungsakademie neue Räume. Die Kosten haben sich fast verdoppelt.

Der Neubau der Verwaltungsakademie in Moabit.

Der Neubau der Verwaltungsakademie in Moabit.

Foto: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Die Verwaltungsakademie des Landes Berlin bekommt in Moabit zusätzliche Räume. Im Hinterhof des bestehenden Gebäudes an der Turmstraße soll in den kommenden eineinhalb Jahren ein Erweiterungsbau entstehen. Am Mittwoch vollzogen dafür der zuständige Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), Verwaltungsakademie-Direktor Wolfgang Schyrocki und Bauherr Sven Lemiss, Geschäftsführer der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) den symbolischen ersten Spatenstich.

Verwaltungsakademie baut an der Turmstraße in Moabit

Von einem „Lerntempel“ sprach Kollatz mit Blick auf den neuen Bau. Ein großes Augenmerk solle dort auf die Schulung digitaler Führungskräfte für die Verwaltung gelegt werden. Berlin wolle in dieser Hinsicht Vorreiter in Deutschland werden, so der Finanzsenator, „wenn wir es nicht schon sind“.

Berlin landete erst am Dienstag bei der Verleihung des Smart City Awards des Digitalverbands Bitkom deutschlandweit auf Platz vier. Ein Besuch auf dem Amt reicht jedoch, um zu wissen: Luft nach oben ist noch. Für den Ausbau der Digitalisierung der Verwaltung sei die Erweiterung ein wichtiger Schritt, sagte Akademie-Direktor Schyrocki. Aktuell mangele es an ausreichenden Räumen. 600 Verwaltungsmitarbeiter seien derzeit jeden Tag für Seminare im Haus unterzubringen. Ein „enormer Aufwand“ sei dafür nötig, so Schyrocki. „Wir sind an unseren Grenzen.“ Umso wichtiger sei der Neubau. Damit werde es künftig unter anderem vier neue Seminarräume für die Führungsakademie geben.

Kostensteigerung um 1,5 Millionen Euro

Der Neubau soll im Frühjahr 2021 fertig sein. Errichtet werden die Räume als Holzhaus, das Dach soll begrünt werden. „Es wird ein Schmuckstück werden“, sagte BIM-Chef Lemiss. Dafür sind Fläche und Höhe des Gebäudes wegen des Standorts im Hof und Denkmalschutzanforderungen begrenzt. So wird es nur ein Obergeschoss geben.

Doch auch der kleine Bau sorgte im Vorfeld für Probleme. Zunächst musste eine im Boden verbaute Fernwärmetrasse umgelegt werden. Dann fiel auf: Die vielen Rechner im neuen Digitallehrbau, über die auch die Fernlehre der Verwaltungsakademie laufen soll, brauchen deutlich größere Kellerflächen zur Kühlung. Der Bau verteuerte sich um fast 40 Prozent auf vier Millionen Euro. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro für die IT-Ausstattung. Alle Beteiligten hätten „sich nicht mit Ruhm bekleckert“, sagte Kollatz. Zur Regel werden dürfe der Fall nicht.