Kultur

Alte Münze soll einen Club und einen Konzertsaal bekommen

Lange wurde darüber diskutiert, was aus der alten Münze werden soll. Nun gibt es ein Nutzungskonzept für die frühere Münzprägeanstalt

Die Alte Münze soll ein Kulturstandort werden.

Die Alte Münze soll ein Kulturstandort werden.

Foto: pa

Berlin. Was aus der Alten Münze wird, darüber debattieren Politik und Kulturschaffende in Berlin seit Jahren. Nun hat Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) das Nutzungskonzept für die frühere Münzprägeanstalt vorgestellt, die künftig einer der herausragenden Kulturstandorte in Berlin sein soll – mit „einem Musikschwerpunkt“, wie Lederer betonte.

Eine besondere Bedeutung wird der ehemaligen Münzprägehalle im Hof des Komplexes zukommen, wie Stadtplanerin Cordelia Polinna erklärte, deren Unternehmen Urban Catalyst den vorangegangenen Beteiligungsprozess leitete. In dem noch zu erweiternden Gebäude soll ein großer Konzertsaal entstehen – ebenso wie weitere Proberäume.

Kantine oder eine Gastronomie sollen untergebracht werden

Auch im Richtung Spree gelegenen Haus 3 wären Konzertsäle wünschenswert, sagte sie. Zudem ist vorgesehen, hier die Kantine oder eine andere Gastronomie unterzubringen. Geplant ist zudem, einen Durchgang vom Hof zum Rolandufer zu schaffen. Das ehemalige Direktorenhaus soll künftig Ausstellungsräumen sowie Ateliers Platz bieten. In der „gigantischen Kellerfläche“ (Polinna) könnte auf Teilen ein Club untergebracht werden.

Als weiterhin bestehendes Problem stellten sich die künftigen Mieten heraus. Viele Künstler gaben an, nur drei bis fünf Euro pro Quadratmeter zahlen zu können. Damit sich der Komplex wie vom Senat beschlossen selbst trägt, seien laut Berliner Immobilien Management (BIM) jedoch sechs bis 7,5 Euro nötig. Noch ist unklar, wie die Münze später kostendeckend sein kann.

Förderung der Club-Miete durch Zuschüsse ist ausgeschlossen

Möglich sei etwa eine Mischkalkulation, sagte Lederer. „Ein Club kann auch acht bis zehn Euro Miete zahlen.“ Lederer schloss jedoch auch eine Förderung der Miete durch Zuschüsse nicht aus. Gerade große Träger für den Konzertsaal wie ein mögliches House of Jazz bräuchten Förderung, um die gewünschte Strahlkraft zu erreichen. Er stellte jedoch klar: „Wir werden nicht alle zehn Jahre Millionen da reinballern zum Bauerhalt.“

Der neue Kulturstandort soll 2026 fertig sein. Zuvor sind umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. Die ständig steigenden Baukosten erzeugten einigen „Planungsdruck“, wie Lederer betonte. Er mahnte, in der Sache nun schnell voranzuschreiten.

Doch Lederers Plänen könnte ein Gerichtsverfahren einen Strich durch die Rechnung machen: Der Meisterrat Berlin-Brandenburg, die Vertretung von Designern und Kunsthandwerkern, hat Klage gegen den Beteiligungsprozess vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Es gebe Zweifel an der Rechtmäßigkeit. Zudem fühle man sich in seinen Interessen übergangen. Der Kultursenator nahm es am Montag gelassen. „Ich sehe dem Verfahren mit großer Entspanntheit entgegen.“

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