Verkehr

Fünf Straßen in Mitte sollen mit Pollern abgesperrt werden

Die Grünen-Fraktion in Mitte fordert das Aufstellen von Pollern. Diese Standorte haben die Politiker in Betracht gezogen.

Ende August hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im Wrangelkiez Poller aufgestellt.

Ende August hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im Wrangelkiez Poller aufgestellt.

Foto: Reto Klar

Berlin. Im Samariterkiez in Friedrichshain versperren rot-weiß gestrichene Metallstangen schon an mancher Stelle die Durchfahrt. Ähnliches könnte bald auch im Bezirk Mitte gelten. Die Grünen-Fraktion im Bezirk fordert, auf mehreren Straßen Poller aufzustellen.

Als mögliche Standorte haben die Grünen zunächst fünf Straßen in Wedding, Moabit und Gesundbrunnen identifiziert, wie es in einem Antrag für die kommende Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Donnerstag, 24. Oktober heißt.

Betroffen wären demnach in Gesundbrunnen, Wedding und Moabit folgende Kreuzungen:

  • Lortzingstraße/Putbusser Straße
  • Strelitzer Straße/Stralsunder und Soldiner Straße, Ecke Wriezener Straße
  • Bellermannstraße an der Ecke Grüntaler Straße und Ecke Stettiner Straße.
  • Antonstraße, Ecke Prinz-Eugen-Straße
  • Wittstocker Straße an der Ecke Rostocker Straße.

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Poller in Berlin: Verkehr "relativ schnell und kostengünstig" beruhigen

Das Vorhaben könne „eine Möglichkeit sein, relativ schnell und kostengünstig den Verkehr in Wohngebieten zu beruhigen“, erklärte Johannes Schneider, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der BVV die Forderung.

Vor allem der Durchgangsverkehr solle durch die Maßnahme aus den Kiezen herausgedrängt werden. Diesen bezeichnen die Grünen in ihrem Antrag als „hohe Belastung“ für die Anwohner. „Unser Ziel ist, den Verkehr in den Wohngebieten so zu reduzieren, dass nur noch Fahrzeuge, die wirklich dorthin müssen, unterwegs sind“, so Schneider.

Poller im Friedrichshainer Samariterkiez seit August

Im August hatte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im Friedrichshainer Samariterkiez an mehreren Kreuzungen Poller aufstellen lassen. Es könne nicht sein, dass einige Autofahrer ein paar Minuten Zeitersparnis hätten und dafür die Lebensqualität der Bewohner im Kiez sinke, sagte der zuständige Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) beim Aufstellen der Poller.

Doch die Maßnahme hat seitdem für heftige Diskussionen gesorgt. Die Pollerlösung gehe voll an den Interessen der Bürger vorbei, kritisierte Oliver Mummer von der Anwohner-Initiative „Verkehr und Vernunft“ die gesperrten Straßen. Durch den Suchverkehr gebe es jetzt mehr Betrieb im Kiez. „Das war keine Verkehrsberuhigungs-, sondern eine Verkehrsbeunruhigungsmaßnahme“, sagt er.

Heftige Debatte um Poller im Friedrichshainer Samariterkiez

Gegen die Poller stellen sich jedoch nicht alle Bewohner in der Gegend. „Der Durchgangsverkehr hat sich gefühlt halbiert, Schwertransporter sind gänzlich verschwunden“, sagte Ines Zetsche von der Initiative „Verkehrsberuhigter Samariterkiez”, die sich bereits im Vorhinein für die Maßnahme stark gemacht hatten.

Das Ergebnis zeige, dass Poller wirkten, so die Anwohnerin. Johannes Schneider betonte, dass die Poller zunächst ein Versuch seien. „Natürlich muss man schauen, ob das an anderer Stelle nicht zusätzliche Verkehre hervorruft“, sagte der Grünen-Fraktionschef in Mitte.

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