Moabit

Rollstuhlfahrer stürzt, weil Bezirk Gehwegschäden missachtet

Monatelang beschwerte sich ein Rollstuhlfahrer in Moabit über Schäden im Pflaster. Auch nachdem er fiel, machte der Bezirk erst nichts.

Rollstuhlfahrer Dieter Kühn beklagt Gehwegschäden in der Dortmunder Straße in Moabit.

Rollstuhlfahrer Dieter Kühn beklagt Gehwegschäden in der Dortmunder Straße in Moabit.

Foto: Christian Latz / BM

Berlin.  Das Loch im Gehweg war nicht riesig, doch es reichte, um Dieter Kühn zu Fall zu bringen. Der Rollstuhlfahrer kam am Morgen des 24. August vom Kaffeetrinken mit einer Freundin durch die Dortmunder Straße in Moabit. Plötzlich sei das rechte Vorderrad in der Kuhle steckengeblieben, mehrere Steine hatten sich aus dem Pflaster gelöst. Kühn stürzte vornüber aus dem Rollstuhl und fiel auf seine erst kurz zuvor operierte Schulter.

„Durch den Sturz habe ich akute Schmerzen“, klagt der Anwohner auch noch mehr als einen Monat nach dem Unfall. Was die Sache für Kühn noch ärgerlicher macht: Auf die Gehwegschäden habe er die Berliner Behörden bereits Monate zuvor aufmerksam gemacht. „Das erste Mal habe ich mich im Juni gemeldet“, sagt er. Über die Bürger-Hotline 115 habe er sich an die Ämter gewandt. Als nichts passierte, habe er immer wieder angerufen. „Es hieß immer nur wir kümmern uns drum.“

Bezirk Mitte bedauert „Verzögerung“ bei der Ausbesserung

Auch nach seinem Sturz und weiterer Anrufe war mehr als einen Monat lang nichts geschehen. Die Löcher im Pflaster und lose herumliegenden Steine blieben Teil von Kühns Weg durch die Dortmunder Straße.

Der Schaden am Gehweg an der Dortmunder Straße 9, durch den Kühn stürzte, seien dem zuständigen Straßen- und Grünflächenamt bekannt, teilte das Bezirksamt Mitte auf Anfrage mit. Das Loch sei im Zuge einer regelmäßigen Begehung festgestellt worden. „Unmittelbar danach“ habe das Amt eine Firma beauftragt, das Pflaster auszubessern. „Leider ist es bei dem Unternehmen zu einer Verzögerung bei der Ausführung der Schäden gekommen“, heißt es vom Bezirksamt.

Nach der Anfrage der Berliner Morgenpost am Montag ging es plötzlich jedoch schnell. Noch am selben Tag habe sich die zuständige Firma bei Kühn gemeldet und gefragt, wo die Schäden seien. Dienstagmorgen war das Pflaster bereits ausgebessert.

Firma übersieht anderes Loch im Pflaster

Zufrieden ist Kühn jedoch nicht. Nur wenige Schritte neben dem frisch gemachten Pflaster purzeln die nächsten Steine aus dem Boden und liegen verstreut herum. „Sie bearbeiten den einen Schaden, aber fünf Meter weiter ist das nächste Loch, und das lassen sie offen. Das verstehe ich nicht.“

Ohnehin ärgere ihn, dass nicht früher etwas passiert sei. „Wir haben so viele alte Leute hier mit Rollator und Rollstuhl“, sagt Kühn. Wenn die dort hinfielen, ende es richtig übel. Für den Rollstuhlfahrer hat sich die Sache ohnehin noch nicht erledigt. Wegen seiner schmerzenden Schulter will er nun von der Stadt Schmerzensgeld einklagen.

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