Zwölf Stunden

Bühne frei für junge Show-Talente im Friedrichstadt-Palast

Die „Young Shows“ des Friedrichstadt-Palastes sind einzigartig. Ein Blick hinter die Kulissen der größten Theaterbühne der Welt.

Regisseurin Andreana Clemenz pausiert in einer Requisite des neuen Bühnenbildes.

Regisseurin Andreana Clemenz pausiert in einer Requisite des neuen Bühnenbildes.

Foto: FASchaap

Jette Lohse bereitet sich auf das Ballett-Training vor. Zwei- bis dreimal pro Woche kommt die Schülerin aus Steglitz in den Friedrichstadt-Palast. Die große Bühne hat sie schon fasziniert, bevor sie 2015 in das Nachwuchsensemble aufgenommen wurde. Nun wird sie erneut bei einer Show auf der Bühne zu sehen sein: „Im Labyrinth der Bücher“. Start ist am 14. November.

Doch außer den jungen Darstellerinnen und Darstellern sind noch viele andere Menschen am Entstehen und Gelingen der Show beteiligt. Wir stellen einige von ihnen vor.

Seit 34 Jahren ist Wolfgang Johannes gleich nach dem Reinigungsteam der Erste, der auf der Bühne des Friedrichstadt-Palastes steht. Der Tischlermeister kontrolliert am Bühnenbild, ob etwas repariert werden muss, bevor er die Treppen hinab zu seiner Kellerwerkstatt steigt. Dort liegen Teile des großen Türschlosses, das er für die kommende Show „Im Labyrinth der Bücher“ des Nachwuchsensembles fertigstellen muss. Dass es mit jeder Revue neue Herausforderungen gibt, sei der besondere Reiz an seinem Job.

Heloise Mantel und Wiebke Fichte kontrollieren die Nähte an dem Kostüm der „Appelina“, der guten Fee aus dem Apfeltee, die durch das Stück führen wird. Kleine goldene Diskokugeln baumeln um die Taille der Puppe, der glänzende Stoff der Ärmel bauscht sich wie gewünscht. Nun steht der Kostümprobe mit den Darstellerinnen am Nachmittag nichts mehr im Weg. Dabei müssen die beiden Damengewand-Meisterinnen prüfen, ob das Kostüm, das sie zusammen mit den Schneiderinnen nach Entwürfen des Designers angefertigt haben, auch hält und sich „Appelina“ während der Choreografie frei bewegen kann.

Noch sind die Schüler nicht da, aber Sebastian Brandmeier sitzt bereits im Proberaum und spielt sich am Konzertflügel warm. Gleich wird die erste Gruppe zum Gesangsunterricht bei dem musikalischen Leiter erscheinen. Derzeit werden die Stücke am Flügel einstudiert, später singen dann die Jugendlichen zur Musik vom Band. Es geht nicht nur um Gesang. Auch Bühnenpräsenz und darstellerische Details werden bei Sebastian Brandmeier einstudiert.

Konzentriert verfolgt Christina Tarelkin die Lichtwechsel auf der Bühne im großen Saal. Die „Junges Ensemble“-Direktorin überwacht jedes Detail der Produktion, um zu überprüfen, ob am Schluss alles passt. Sie ist Managerin und Logistikerin und fungiert auch als Schnittstelle zwischen den Choreografen und der Regisseurin. Die studierte Tänzerin und Choreografin, die 1984 ein Praktikum am Haus absolvierte und seit 2010 als Direktorin arbeitet, ist optimistisch, dass ihr Ensemble auch mit der neuen Show das Publikum begeistern wird.

Einmal pro Woche trainiert Choreograf Detlef Soost im großen Ballettsaal 40 Jugendliche und versucht, Revue-Tänzer in seine Welt des Hip-Hop-Tanzes einzuführen. Figur für Figur sind sie die Choreografie durchgegangen. Soost ist immer wieder beeindruckt, wie schnell sich die jungen Künstler Szenen der Show merken können und wie angstfrei sie Neues angehen. „Sie versuchen es einfach, ohne dabei verkopft zu sein“, sagt Soost. Für die neue Show arbeitet er an der großen Eröffnungsnummer, die einen „Wow“-Moment bieten soll. Da wird es 25 Trampoline geben, die die Choreografie zu einem großen Ereignis werden lassen.

Junges Ensemble im Friedrichstadt-Palast, Friedrichstraße107, Mitte, Tel. 23 26 23 26. Die neue Show „Im Labyrinth der Bücher“ ab 14. November, www.palast.berlin