Berliner Tradition

Magendoktor und Kugelblitz: Zehn besondere Kneipen in Mitte

Berlins Mitte gilt als durchgentrifiziert. Doch auch hier gibt es noch urige Kneipen mit Alt-Berliner Charme. Zehn Geheimtipps.

FDie Weddinger Kneipe „Zum Kugelblitz“ ist ein beliebter Treffpunkt unter Hertha-Fans.

FDie Weddinger Kneipe „Zum Kugelblitz“ ist ein beliebter Treffpunkt unter Hertha-Fans.

Foto: David Heerde

Berlin. An Bars mangelt es im Bezirk Mitte nicht. Kaum ein Kiez, in dem nicht ein gepflegtes Bier oder ein guter Drink serviert würde. Nur in welchem Umfeld die Getränke zu genießen sind, hat sich ziemlich verändert.

Während in Wedding, Moabit und Alt-Mitte immer neue Bars mit ausgefallen Longdrinks und Craftbieren auf der Karte eröffnen, ist die klassische Eckkneipe bedroht. Immer mehr dieser urigen Orte mussten bereits schließen. Seit Jahren macht der Begriff „Eckkneipensterben“ die Runde.

Doch trotz Hiobsbotschaften so mancher Spelunke gibt es sie immer noch: Alt-Berliner Eckkneipen und andere Bierhallen mit viel Tradition. Die Berliner Morgenpost stellt zehn besondere Orte vor, die schon durch ihre originellen Namen bestechen.

Zum Stammtisch: Immer ein netter Spruch

Ein Leben für die Eckkneipe: Seit 50 Jahren betreibt das Ehepaar Regina und Klaus Friedrich mit viel Freude und immer einem netten Spruch den originalen Ort im Herzen Moabits. Das kommt an, die Wirtschaft ist auch heute noch beliebt bei Jung und Alt.

Bredostraße 15, Moabit

Zur Quelle: 23 Stunden am Tag geöffnet

Wer Wert auf einen gepflegten Kneipenabend legt, ist irgendwann bestimmt schon einmal in dem Lokal am Kleinen Tiergarten abgestürzt. 23 Stunden am Tag geöffnet, dazu Musik aus der Jukebox und ein Billardtisch machen die Quelle zum Stammladen vieler alteingesessener Trinker und immer mehr jungen Gästen.

Alt-Moabit 87, Moabit

Zum Magendoktor: Wo es hochprozentige "Medizin" gibt

Hier ist der Name Programm. Schon mancher hat sich in der Kneipe am Nettelbeckplatz an hochprozentiger „Medizin“ probiert. Die wird in der Wirtschaft 24 Stunden am Tag ausgeschenkt.

Reinickendorfer Straße 111, Wedding

Café Cralle: Fest in Frauenhand

Ein Ort, wie man ihn im einstigen Arbeiterbezirk Wedding nicht erwarten würde – und es gibt ihn schon seit 1977: Das Café Cralle wird seit seiner Eröffnung von einem Frauenkollektiv geführt. Zwar ist keine der Gründerinnen mehr dabei, aber auch heute noch gibt es in der Kneipe unter dem Motto „Liebe, Schnaps und Revolution“ Alkoholika, Lesungen und Diskussionsrunden.

Hochstädter Straße 10a, Wedding

Zosch: Konzerte und deftige Speisen

Aus seiner Umgebung fällt das Zosch sofort heraus. Während rundherum fast ausnahmslos schick sanierte Häuser mit kleinen Manufakturen oder schönen Cafés stehen, ist am Gebäude der Kneipe der bröckelnde Backstein mit Pflanzen überwuchert. Drinnen gibt es einen gemütlichen Barraum und einen Keller, in dem immer wieder Konzerte stattfinden. Auch deftige Speisen werden serviert.

Tucholskystraße 30, 10117 Mitte

Tiergartenquelle: Selbst gebrautes Bier

Im S-Bahnviadukt direkt am S-Bahnhof Tiergarten liegt leicht versteckt die Tiergartenquelle. Hier wird das Bier selbst gebraut, zudem gibt es eine große Auswahl ausgesprochen guter Hausmannskost. All das kann nicht nur in den urigen S-Bahnbögen, sondern im Sommer auch im auf der anderen Straßenseite gelegenen Biergarten verköstigt werden.

Bachstraße, S-Bahnbogen 482 und 483, Hansaviertel

Gittis Bier Bar: Wie aus der Zeit gefallen

Seit 1989 betreibt Brigitte Wnuck-Lipinski die kleine Kneipe unweit des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Straße. Neben etlichen Spätis und Massen an Partytouristen wirkt der Ort angenehm aus der Zeit gefallen. Das Lokal der berlinernden Wirtin ist ein Treffpunkt für all jene, die nicht nur für die Clubs in der Gegend sind.

Brückenstraße 13, Mitte

Café Cinema: Das "andere" Mitte in einer Touristengegend

Einen Tag älter als das vereinigte Deutschland ist die Kneipe am Hackeschen Markt mittlerweile ein einsamer Vertreter eines anderen Mitte in der heutigen Touristen- und Agenturgegend. Auch wenn längst nicht mehr nur Anwohner in den schlauchförmigen Lokal ihr Bier trinken, hat das Lokal seinen alten Charme behalten.

Rosenthaler Straße 39, Mitte

Zum Schinken: Pils und Stulle

Der Name kommt nicht von ungefähr. Betreiber Bernd Sengespeick servierte am Anfang zu jedem Pils ein Schinkenbrot dazu. Auch ohne Stulle ist die Kneipe ein gemütlicher Ort, der immer beliebter wird bei Neu-Weddingern und Studenten der nahen Beuth-Hochschule.

Luxemburger Straße 5, Wedding

Zum Kugelblitz: Offizieller Fantreff der Herthaner

Hier ist nicht nur das gepflegte Bier, sondern auch Hertha BSC zu Hause. Im offiziellen Fantreff der Westender kann aber auch jeder andere in gemütlicher Atmosphäre ein Frischgezapftes genießen.

Liebenwalder Straße 46, Wedding

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