Verkehr

Mitte plant mehrere neue Fahrradstraßen

Etliche Strecken im Bezirk Mitte sollen zu Fahrradstraßen umgewandelt werden. Bis zur Umsetzung dauert es jedoch häufig noch.

Die Togostraße im Afrikanischen Viertel soll voraussichtlich 2020 zu einer Fahrradstraße umgewandelt werden.

Die Togostraße im Afrikanischen Viertel soll voraussichtlich 2020 zu einer Fahrradstraße umgewandelt werden.

Foto: Christian Latz / BM

Berlin. Vorrang für den Radverkehr: Auf bisher drei Straßenabschnitten gilt das im Bezirk Mitte. In der Choriner Straße, dem Straßenzug aus Roch- und Max-Beer-Straße sowie in der Linienstraße dürfen Radfahrer bereits heute mitten auf der Fahrbahn und dabei auch nebeneinander fahren. Autos dürfen die Strecken zwar ebenfalls nutzen, müssen sich jedoch ans Tempo der Radfahrer anpassen. Bisher liegen die Abschnitte ausnahmslos im Ortsteil Mitte. Dabei soll es nicht bleiben.

Nach Plänen des Bezirksamts Mitte und der Senatsverkehrsverwaltung sollen sich bald etliche neue Fahrradstraßen durch den ganzen Bezirk ziehen. Die Frage ist nur: wann? Denn unterschiedlichste Gründe verzögern die ambitionierten Planungen.

Neue Fahrradstraßen im Afrikanischen Viertel in Wedding

Schon lange geplant ist, Radfahrern im Afrikanischen Viertel in Wedding mehr Platz einzuräumen. So soll die Togostraße zwischen Kongostraße und Seestraße zu einer Fahrradstraße umgewandelt werden. Auch die daran stadteinwärts anschließende Antwerpener Straße soll sich künftig zwischen Seestraße und Ostender Straße in erster Linie an den Radverkehr richten.

Beide Abschnitte sind Teil der Radialrouten RR4 und RR5, die wiederum als Teil des Berliner Radwegenetzes vom Zentrum sternenförmig in die Außenbezirke führen – im Falle der Radialroute 5 vom Brandenburger Tor bis ins Märkische Viertel. Die noch nicht beschlossene Radialroute 4 soll künftig nach Tegel führen.

Kameruner Straße muss erst einmal asphaltiert werden

Die Togostraße kreuzend planen Bezirk und Senatsverkehrsverwaltung, auch die Kameruner Straße zur Fahrradstraße zu machen. In beiden Fällen liegen die nötigen Anordnungen der Straßenbehörden bereits vor. Bis die Pläne umgesetzt werden können, sind jedoch zunächst Bauarbeiten nötig. So muss das Kopfsteinpflaster auf der Kameruner Straße asphaltiert werden.

Mit einem Baubeginn sei frühestens im Herbst dieses Jahres zu rechnen, teilt der Bezirk auf Anfrage mit. Fortgeführt werden soll die Asphaltierung im Frühjahr 2020, heißt es. Anschließend sollen die vernetzten Straßenzüge gemeinsam als Fahrradstraße ausgewiesen werden.

Ungarnstraße soll Fahrradstraße werden - frühestens ab 2021

An die Kameruner Straße fast anschließend soll auch die parallel zur Seestraße verlaufende Ungarnstraße im Rahmen ihres Umbaus zur Fahrradstraße werden. Doch „in die Umsetzung geht diese Maßnahme frühestens 2021“, heißt es vom Bezirksamt. Aktuell liefen erst die Planungen für die Bauarbeiten. Auch für das Alexander-Ufer zwischen Kapelle-Ufer und Invalidenstraße ist die Fahrradstraße bereits angeordnet. Die Umsetzung steht jedoch auch hier aus.

Daneben prüft der Bezirk derzeit bei einer Reihe von Strecken eine Veränderung zugunsten des Radverkehrs. Unter anderem für das Holsteiner und Schleswiger Ufer und die daran anschließende Straße Sigmunds Hof bis zur Bachstraße im Hansaviertel als Teil des Spreeradwegs. Eine Ausweisung könnte laut Bezirksamt nach Bauarbeiten frühestens im kommenden Jahr erfolgen.

Auch für das Nordufer in Wedding laufen die Prüfungen. Die Strecke soll zwischen der Lynarstraße und Föhrer Straße sowie zwischen Seestraße und der Kleingartenanlage Plötzensee als Teil des Radfernweges Berlin-Kopenhagen nach größeren Umbauten zur Fahrradstraße werden.

Schlechte Absprachen zwischen Senatsverwaltung und Bezirksamt

Ebenfalls in Wedding plant der Bezirk, die Gerichtsstraße zwischen Müllerstraße und Nettelbeckplatz und die Triftstraße zwischen Torf- und Müllerstraße zugunsten des Zweiradverkehrs umzuordnen. In Gesundbrunnen stellt sich der Bezirk eine Fahrradstraße auf der Gleimstraße von der Brunnenstraße bis zur Rügener Straße in Pankow vor. Jedoch bedarf es zuvor weiterer Abstimmungen mit der Senatsverwaltung, da die Strecke Teil des übergeordneten Verkehrsnetzes ist.

Der Bezirk prüft zudem, künftig auch auf der Wallstraße sowie der Schwedter Straße zwischen Choriner Straße und Bernauer Straße im Ortsteil Mitte Vorrang für den Radverkehr anzuordnen.

Leitfaden zur Gestaltung von Fahrradstraßen verzögert sich

Dass der Bezirk die Prüfungen in vielen Fällen noch nicht abgeschlossen hat, liegt auch an schlechten Absprachen zwischen dem Bezirksamt Mitte und der Senatsverkehrsverwaltung. Die Senatsverwaltung hatte angekündigt, einen Leitfaden zur einheitlichen Gestaltung von Fahrradstraßen zu erstellen. Im Straßen- und Grünflächenamt Mitte wollte man daher bis zur Veröffentlichung mit der Anordnung weiterer Strecken warten, heißt es vom Bezirksamt. „Nachdem sich die Fertigstellung des angekündigten Leitfaden weiter verzögert, wurde in Abstimmung mit Senatsverkehrsverwaltung und der Straßenverkehrsbehörde Anfang des Jahres der Prüfprozess zur Einrichtung neuer Fahrradstraßen fortgesetzt“, teilte der Bezirk mit. Zeit verloren ging dennoch.